Detail - Zukunftsblick

Gute Ideen, Kreativität und Vernetzung

10. Dezember 2018

Bei der Gründerwerkstatt im Erzbistum Paderborn wurde in Arbeitsgruppen an Ideen gearbeitet, die die Gesellschaft besser machen. Dabei unterstützen Experten wie Professor Dr. Matthias Sellmann (2.v.r.), Leiter des Zentrums für angewandte Pastoralforschung (ZAP) an der Ruhr-Uni Bochum.

"Ecclesiopreneur" Florian Sobetzko (stehend) begleitete eine der Arbeitsgruppen bei der Gründerwerkstatt in der Rohrmeisterei Schwerte.

Die Rohrmeisterei Schwerte war ein gelungener Rahmen für die erste Gründerwerkstatt im Erzbistum Paderborn.

Die Gründerwerkstatt, die am 8. Dezember 2018 in der Rohrmeisterei Schwerte stattfand, war ein Experiment, und sie hinterließ zufriedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zur Veranstaltung des Erzbistums Paderborn waren Menschen eingeladen, die eine gute Idee für ihr Quartier, ihre Kirchengemeinde oder ihre Einrichtung hatten und den Willen, die Idee auch umzusetzen.

Die Gründerwerkstatt, die am 8. Dezember 2018 in der Rohrmeisterei Schwerte stattfand, war ein Experiment, und sie hinterließ zufriedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zur Veranstaltung des Erzbistums Paderborn waren Menschen eingeladen, die eine gute Idee für ihr Quartier, ihre Kirchengemeinde oder ihre Einrichtung hatten und den Willen, die Idee auch umzusetzen. Ebenso willkommen waren Menschen, die an den mitgebrachten Projekten mitdenken wollten. 65 Frauen und Männer folgten der Einladung und erlebten einen kreativen Tag.

Die Veranstalter der Gründerwerkstatt aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat hatten im Vorfeld um Ideen geworben, die Gesellschaft und Kirche besser machen. Und als Moderatorin Michaela-Luise Fischer von der Kölner Agentur „Die Kommunikationslotsen“ dazu aufforderte, die mitgebrachten Projekte kurz zu präsentieren, hörte man schnell von aktuellen Herausforderungen, die vielfach Thema in der Öffentlichkeit sind: das Thema Einsamkeit älterer Menschen zum Beispiel, zu dem eine Teilnehmerin ihr Vorhaben vorstellte, ältere Menschen an die Möglichkeiten digitaler Medien heranzuführen. Oder die Integration von Sinti und Roma: eine Teilnehmerin lud dazu ein, mit ihr nach Wegen suchen, Kindern dieser Volksgruppe einen Weg in die Gesellschaft zu eröffnen. Möglichkeiten gleichberechtigter Teilhabe von Menschen mit Behinderungen war ein weiteres Thema: Hier präsentierte ein Teilnehmer die Idee eines Youtube-Kanals, der von einem Menschen mit Down-Syndrom moderiert wird.

Aber auch Möglichkeiten für eine andere Präsenz der Kirche in der Gesellschaft wurden vorgestellt: Zum Beispiel die Idee, gemeinsam mit Verkehrsbetrieben eine Bus-Seelsorge zu organisieren, um Fahrgästen ein spontanes seelsorgliches Angebot zu machen. Oder die Umwidmung einer Kirche im Pastoralverbund zu einer Familienkirche, in der es dann Generationen übergreifende Angebote geben soll. 

Insgesamt kamen 18 Ideen bei der Gründerwerkstatt zusammen. Manche Teilnehmer, die eigentlich nur zum Mitdenken gekommen waren, entschlossen sich spontan dazu, einen Gedanken einzubringen. Unterstützung erhielten die Arbeitsgruppen, die sich nach der Präsentation der Ideen bildeten, durch eine Gruppe von Expertinnen und Experten, zu denen unter anderem Berater und Wissenschaftler zählten. Diese brachten unterschiedliche Fachkenntnisse in die Gruppen ein, zum Beispiel die kreative Methode „Effectuation“, die dabei hilft, vom Denken ins Handeln zu kommen. Andere Experten konnten Tipps zum Thema "Ecclesiopreneurship" oder zum Fundraising geben.

In ihrem Fazit nach Ende der Arbeitseinheiten hoben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer das kreative Mitarbeiten und die ehrlichen, wertschätzenden Rückmeldungen der Arbeitsgruppen hervor. Während manche mit konkreten Handlungsschritten für die Umsetzung ihrer Projektes nach Hause fuhren, meldeten manche zurück, dass noch einmal grundsätzlich über die Idee nachgedacht werden müsse. Eine intensive Vernetzung, vor allem zwischen Teilnehmern aus den Feldern der Pastoral und der Caritas, war ein Nebeneffekt der Veranstaltung: Zahlreiche Mailkontakte und Telefonnummern wanderten über die Tische, so dass auch weiterhin gemeinsam weitergedacht werden kann.

Positiv bewertet wurde die Tatsache, dass das Durchschnittsalter für eine kirchliche Veranstaltung niedrig gewesen sei, dass also viele junge Menschen zu den Teilnehmern gezählt hätten. Ein Ausrufungszeichen wurde auch hinter die Tatsache gesetzt, dass viele Ideen nicht für den binnenkirchlichen Raum gewesen seien, sondern tatsächlich das Dorf oder die Stadt im Blick gehabt hätten. Außerdem machte ein Teilnehmer einen „Klimawandel“ im Erzbistum Paderborn aus: Man merke, es sei ehrlich gewünscht, dass über neue Wege nachgedacht und diese auch umgesetzt würden.

Auf Unterstützung müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch nach Ende der Gründerwerkstatt übrigens nicht verzichten: Bei Bedarf stellt ihnen das Erzbistum Paderborn Lotsinnen und Lotsen zur Verfügung, die das Projekt weiter begleiten und bei auftauchenden Problemen weiterhelfen.

Ludger Drebber von der Hauptabteilung Pastorale Dienste bezeichnete die Gründerwerkstatt als spannenden Auftakt und kündigte an, dass das Erzbistum diese Form der Veranstaltung weiterentwickeln wolle. Zu Beginn der Veranstaltung hatte Matthias Sellmann, Leiter des Zentrums für angewandte Pastoralforschung (ZAP) an der Ruhruniversität Bochum, einen Impulsvortrag zur Spiritualität des Gründers gehalten. Darin hatte er Petrus als biblisches Vorbild für einen Gründer in den Mittelpunkt gestellt. Zum Beispiel sei in den biblischen Texte spürbar, dass er gegen Zustände aufgestanden sei, die er nicht habe tolerieren können. Die Änderung dieser Zustände sei er direkt angegangen, auch wenn er dabei Fehler gemacht habe. Das sei ihm lieber gewesen als Opfer der Zustände zu sein.


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