Detail - Zukunftsblick

Kirche in Zeiten der Veränderung

04. Oktober 2018

Freuen sich auf das hochkarätig besetzte Programm der „Montagsakademie“ im neuen Wintersemester: (v.l.) Studentenpfarrer Domvikar Dr. Nils Petrat, Professor Dr. Stefan Kopp, Professor Dr. Wolfgang Thönissen, und Domvikar Monsignore Dr. Michael Bredeck. Foto: ThF-PB

Professor Dr. Stefan Kopp (re.) übergab Rektor Professor Dr. Wolfgang Thönissen (li.) die neu erschienene Publikation „Gott begegnen an heiligen Orten“. Foto: ThF-PB

Vorlesungsreihe „Montagsakademie“ startet am 15. Oktober

Der Ruf nach Erneuerung und Wandel in der katholischen Kirche ist landläufig nicht zu überhören. Doch wie kann man einen zweitausend Jahre alten Riesen mit behäbigen Strukturen und hoch ausdifferenzierten Gliederungen wieder flott kriegen? Ist dieser Körper überhaupt im Stande, seinen ganz eigenen Puls der rasanten Taktung der heutigen Zeit anzupassen? Wie kann er den Einzelnen seine große Botschaft verständlich und zeitgemäß vermitteln? Diese und weitere Fragen sind im anstehenden Wintersemester Thema der öffentlichen Vorlesungsreihe Montagsakademie an der Theologischen Fakultät Paderborn unter der Überschrift: „Kirche in Zeiten der Veränderung“.

Lösungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven

„Als wissenschaftliche Einrichtung in kirchlicher Trägerschaft können wir uns den kritischen Anfragen an den kirchlich verfassten Glauben nicht entziehen. Im Gegenteil: Ganz bewusst wollen wir mit der Montagsakademie ein lebendiges Forum bieten, uns den Herausforderungen stellen und mit an Lösungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven arbeiten“, sagte Professor Dr. Stefan Kopp als Leiter der Montagsakademie bei der Programmpräsentation am Montag, 1. Oktober, in der Theologischen Fakultät Paderborn.

Damit unterstrich der 33-jährige Liturgiewissenschaftler, dass es ihm ernst ist mit der Themenwahl. Aus seiner Sicht ist es dringend notwendig, sich den Fragen der Menschen zu stellen. „Das gehört ganz einfach zum Auftrag von Kirche.“ Dabei sei entscheidend, „dass Kirche sich mit den aktuellen Fragen der Zeit beschäftigt, ohne unreflektiert dem Zeitgeist hinterherzulaufen. Kirche und Theologie möchten nicht im elfenbeinernen Turm leben, sondern Brücken zur Gesellschaft bauen“, erklärte Professor Kopp.

Zentrale Fragen

Aktuell stellten sich zentrale Fragen: „Wie kann die Kirche unter veränderten und sich stets verändernden Umständen ihrem Auftrag gerecht werden? Wie kann sie als Mut machendes und leuchtendes Zeichen des lebendigen Gottes in der Welt den Menschen seine frohe und freimachende Botschaft verkünden?“ Der Rahmen der Montagsakademie solle dafür genutzt werden, „um mit kritischem Blick auszuloten, was sich um uns als Glaubensgemeinschaft herum tatsächlich verändert, wie wir das theologisch begreifen können und für zeitgemäße Antworten einzuordnen haben“.

Vielversprechende Themen und bekannte Namen

Das für dieses Vorhaben zusammengestellte Programm scheint dem Anspruch angemessen, sind doch wieder vielversprechende Themen und bekannte Namen zu entdecken: u.a. die Pfarrer und Bestsellerautoren Thomas Frings aus Köln und Rainer Maria Schießler aus München oder die Dogmatikprofessoren Johanna Rahner aus Tübingen und Michael Seewald aus Münster. Auch ein Vertreter aus der Deutschen Bischofskonferenz zählt wieder zu den Referenten: Weihbischof Johannes Wübbe aus Osnabrück, der auch an der vielbeachteten Jugendsynode vom 3. bis 28. Oktober in Rom teilnehmen wird.

„Ich freue mich, dank der tatkräftigen Unterstützung der Paderborner Kollegen und der Zusagen hochkarätiger Referenten aus ganz Deutschland ein so vielfältiges und hoffentlich ansprechendes Programm anbieten zu können“, betonte Professor Kopp. Besonders dankbar sei er, dass neben renommierten Wissenschaftlern auch gestandene Persönlichkeiten aus der Praxis ihre Teilnahme zugesagt hätten. Ein ausdrücklicher Dank gelte außerdem den diesmaligen Kooperationspartnern: der Katholischen Hochschulgemeinde Paderborn mit ihrem Pfarrer Domvikar Dr. Nils Petrat sowie der neu eingerichteten Zentralabteilung „Entwicklung“ im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn mit ihrem Leiter Domvikar Monsignore Dr. Michael Bredeck.

Gesprächsformate, die insbesondere die junge Generation ansprechen

Beide Vertreter zeigten sich bei der Präsentation beeindruckt vom ausgearbeiteten Programm. Sie wollten es selbst wahrnehmen und auch alle Interessierten, insbesondere die Mitarbeitenden des Erzbistums, dazu einladen. „Aus Sicht der jüngeren Leute begrüße ich vor allem die geplanten Gesprächsformate, die insbesondere die junge Generation ansprechen“, lobte Domvikar Petrat. Natürlich gehörten auch Vorträge zu einem inhaltsstarken Programm. Allerdings könnte sich in die moderierte Diskussion zweier Gesprächspartner leichter das Plenum einbringen und eigenen Fragen und Anregungen einbringen. „Außerdem ist es für alle Beteiligten auch mal spannend, einen kontroversen Austausch mitzuerleben, bei dem man auch verstärkt selbst zur Wort kommen kann.“ Wichtig erscheine Domvikar Petrat dabei, dass mögliche Veränderungen aus junger Perspektive zur Sprache kämen, „dass die jungen Leute Platz haben, inhaltlich mitzusprechen. Wenn es um Veränderungen gehe, dann doch wohl für junge Leute“.

Theologische Reflexion zu kirchlichen Veränderungsprozessen

Für Domvikar Bredeck ist es ein gutes Signal, dass die Theologische Fakultät Paderborn bei ihrer Vorlesungsreihe nicht nur auf die aktuell drängenden Fragen der Gesellschaft an die Kirche im Allgemeinen eingeht, sondern dabei auch die Entwicklung und die Zukunft der Gemeinden und Diözesen im Blick hat. „Aber noch vor der Pragmatik bei dem Thema ist mir vor allem die theologische Reflexion zu kirchlichen Veränderungsprozessen wichtig. Hier erhoffe ich mir auch deutliche Impulse für die Entwicklungsprozesse“, gab Domvikar Bredeck zu verstehen. Zudem erwarte er auch tiefreichende Hintergründe zu der Frage, welche Veränderungen tatsächlich im Gange sind und wie epochal die wirklich seien.

Montagsakademie in Paderborn etabliert

Der derzeitige Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, Professor Dr. Wolfgang Thönissen, dankte Professor Kopp für seinen verlässlichen und umsichtigen Einsatz rund um die öffentliche Vorlesungsreihe. „Wir können sehr zufrieden sein, dass die Montagsakademie in Paderborn so etabliert ist und sie sich in Händen unseres jungen Kollegen weiterhin so gut entwickelt. Ich bin beeindruckt, wenn es immer nochmal eine neue Idee gibt, die Dinge zu gestalten, und gleichzeitig dabei andere Paderborner Institutionen einzuladen und mitzunehmen. Gemeinsam Wege zu gehen, zu kooperieren, ist etwas Entscheidendes für eine vielversprechende Zukunft, sowohl im kirchlichen als auch im wissenschaftlichen Bereich.“

Wissenschaftliche Publikation zur „Montagsakademie“

Im Zuge der Programmpräsentation wurde auch die wissenschaftliche Publikation zur „Montagsakademie“ des vergangenen Wintersemesters, herausgegeben von Professor Dr. Stefan Kopp, vorgestellt. Sie ist kürzlich unter dem Titel „Gott begegnen an heiligen Orten“ in der Reihe „Theologie im Dialog“ des Herder-Verlages erschienen und im Handel erhältlich: Stefan Kopp (Hg.), Gott begegnen an heiligen Orten. Theologie im Dialog, Band 23. Verlag Herder, 434 Seiten, durchgehend farbig gestaltet, 42,00 Euro, ISBN 978-3-451-38267-3.

Bei der öffentlichen Vorlesungsreihe „Montagsakademie“ der Theologischen Fakultät Paderborn halten bedeutende Vertreter aus Kirche und Wissenschaft in jedem Wintersemester immer montags um 18.00 Uhr im Auditorium Maximum (Klingelgasse/Ecke Liboristraße) Vorträge oder Impulse aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf aktuelle, gesellschaftlich und theologisch relevante Themen und stellen sich anschließend der Diskussion.

Die Termine im Wintersemester 2018/19 (jeweils montags um 18 Uhr im Auditorium Maximum):

  • 15. Oktober 2018: „Großpfarreien – (k)eine adäquate Antwort auf die aktuelle Situation der Kirche?“ – Generalvikar Klaus Pfeffer, Essen, und Prof. Dr. Stephan Haering, München, im Gespräch.
  • 22. Oktober 2018: „Strukturen verändern? – Menschen verändern? Eine pastoralpsychologische Analyse kirchlicher Wandlungsprozesse“ – Prof. Dr. Christoph Jacobs, Paderborn.
  • 29. Oktober 2018: „Personalentwicklungsplan und Zukunftsbild. Ein evangelisch-katholisches Gespräch über Reformen in der Seelsorge“ – Prälat Bernd Böttner, Kassel, und Msgr. Dr. Michael Bredeck, Paderborn, im Gespräch.
  • 5. November 2018: „‚Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.‘ Liturgische Reformen als Auftrag für die Kirche“ – Prof. Dr. Stefan Kopp, Paderborn.
  • 12. November 2018: „Gottesdienste des zweiten Programms. Warum unsere Gesellschaft mehr als Liturgie-reformen braucht“ – Prof. Dr. Winfried Haunerland, München.
  • 19. November 2018: „Wie muss und kann die Kirche sich ändern? Ein neutestamentlicher Anfang“ – Prof. Dr. Thomas Söding, Bochum.
  • 26. November 2018: „Aus, Amen, Ende? Oder neue Wege? Wie heute Pfarrer sein?“ – Pfarrer Thomas Frings, Köln, und Pfarrer Rainer M. Schießler, München, im Gespräch.
  • 3. Dezember 2018: „Das Kirchenrecht – ein überzeitlicher Fels in der Brandung oder Wegbereiter der Veränderung?“ – Prof. Dr. Rüdiger Althaus, Paderborn.
  • 10. Dezember 2018: „Neuaufbruch in der Religionstheologie? Die Impulse des Zweiten Vatikanischen Konzils und die Welt der Religionen“ – Prof. Dr. Klaus von Stosch, Paderborn.
  • 17. Dezember 2018: „‚Habt keine Angst, auf den Geist zu hören‘ (Papst Franziskus). Wie geht es nach der Bischofssynode weiter mit der Jugendpastoral?“ – Weihbischof Johannes Wübbe, Osnabrück.
  • 7. Januar 2019: „Reform als Strukturprinzip der Kirche?“ – Prof. Dr. Franz Xaver Bischof, München.
  • 14. Januar 2019: „Vom Corpus Christi zur Communio Sanctorum. Kirche zwischen Katholizität und Reform“ – Prof. Dr. Wolfgang Thönissen, Paderborn.
  • 21. Januar 2019: „Notwendige Kontinuitäten, notwendige Diskontinuitäten? Kirchenreform aus dogmatischer Sicht“ – Prof. Dr. Johanna Rahner, Tübingen, und Prof. Dr. Michael Seewald, Münster, im Gespräch.
  • 28. Januar 2019: „Veränderung verstehen. Wandel als philosophisches Problem“ – Prof. Dr. Dr. Andreas Koritensky, Paderborn.
  • 4. Februar 2019: „Abschied von der Macht. Was sich in der pastoralen Praxis eigentlich verändert hat“ – Prof. Dr. Herbert Haslinger, Paderborn.

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