Detail - Zukunftsblick

In Herne liegt Weihnachten quer im Weg

15. Dezember 2017

Der golden angestrichene Schiffscontainer mitten in der Herner Fußgängerzone zieht die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich.

(v.l.) Pastor Meinolf Mika und Gemeindereferent Dominik Mutschler aus der Pfarrei St. Dionysius Herne wollen mit dem Projekt "Weihnachten in die Öffentlichkeit tragen".

Pastor Meinolf Mika und Gemeindereferent Dominik Mutschler verteilen an den Adventssamstagen Wunschzettel an die Passanten. Pastor Mika spendete einigen Menschen den Segen.

Der große Schiffscontainer ist schon von weitem sichtbar.

Mit der Aktion "Gott kommt nach Herne" trägt die Pfarrei St. Dionysius die Weihnachtsbotschaft in die Öffentlichkeit.

Eigentlich sind Advent und Weihnachten nichts, worüber man stolpert. Ganz im Gegenteil: Nach den dunklen Novembertagen sind die Straßen und Läden festlich erleuchtet, Weihnachtsmärkte und das Weihnachtsgeschäft bringen Leben in die Innenstädte. Kurz: Weihnachten passt sich wunderbar ein in die gewohnte Lebensweise. In Herne ist das in diesem Jahr allerdings anders: Dort liegt Weihnachten quer im Weg und zwar mitten in der Fußgängerzone. Seit dem 7. Dezember befindet sich mitten auf der Einkaufsstraße ein großer, golden angestrichener Schiffscontainer. "Gott kommt nach Herne" ist in schwarzen Buchstaben darauf zu lesen.

"Gott kommt nach Herne" ist eine Aktion der katholischen Pfarrei St. Dionysius in Herne. Verantwortlich für das Projekt ist Gemeindereferent Dominik Mutschler. "Als der LKW den großen, goldfarbenen Container anlieferte, hat das natürlich für Aufsehen gesorgt", erinnert er sich. "Für kurze Zeit kam niemand durch, die Menschen stauten sich in der Fußgängerzone, zückten ihre Mobilgeräte und filmten das Ganze". Auch in den Tagen danach sorge der goldene Block für Aufmerksamkeit, stellt Mutschler fest. "Die Menschen bleiben stehen, sind interessiert, manche positiv überrascht, manche auch ablehnend, wenn sie hören, dass es eine Aktion der Kirche ist." Auf jeden Fall zeige so ziemlich jeder eine Reaktion darauf.

"Mit dem Container wollen wir Weihnachten in die Öffentlichkeit tragen und die darin enthaltene Botschaft allen Menschen zugänglich machen", beschreibt Dominik Mutschler das Ziel des Projektes. "Weihnachten ist nichts, das hinter verschlossenen Türen allein im Familienkreis stattfinden sollte. Das 'Weihnachtsgefühl' ist etwas, was überall, auf unseren Straßen, bei jedem Menschen ankommen sollte, denn wenn Gott Mensch wird, dann ändert das alles."

Im Sinne dieser Botschaft finden zahlreiche Aktionen statt. Zum Beispiel steht Dominik Mutschler am Samstag vor dem zweiten Advent zusammen mit Meinolf Mika, Pastor in der Pfarrei St. Dionysius, am Container. Aufgrund des nasskalten Wetters hat Mutschler noch zwei Heizstrahler besorgt, allein die angenehme Wärme veranlasst manche Passanten trotz Schneeregens zum Stehenbleiben. Drei Tage nach dem Fest des heiligen Nikolaus verteilen die beiden Schokoladen-Nikoläuse an Kinder, außerdem gibt es Wunschzettel, auf denen man Wünsche fürs Weihnachtsfest notieren kann. Pastor Mika spendet einigen Passanten, die beim Container stehenbleiben, den Segen. Eine Frau sagt, dass sie diesen Segen in ein Seniorenzentrum mitnehmen möchte, zu dem sie unterwegs ist. Andere möchten keinen Segen, geben aber einen Kommentar zur Aktion ab: "Ist Gott nicht schon längst in Herne?" fragt zum Beispiel ein Mann.

Ein besonderer Event findet am Freitag, 15. Dezember, ab 18 Uhr statt: Dann spielt am Container die Band "1InChrist", die christliche Popularmusik macht. Am Samstag, 23. Dezember, kommt das Friedenslicht aus Bethlehem an den Container. Der Heilige Abend, wenn die Kirche die Menschwerdung Gottes feiert, ist natürlich der Höhepunkt der Aktion "Gott kommt nach Herne": Dann wird um 15 Uhr mitten auf der Bahnhofstraße Weihnachten gefeiert, der Container öffnet dann das erste und einzige Mal seine eisernen, goldenen Türen. Was dann darin zu sehen ist, will Dominik Mutschler nicht verraten: "Nur so viel: Wir sind im Gespräch mit dem Erzbischöflichen Diözesanmuseum in Paderborn", lässt er immerhin durchblicken. Auch in die Christmette, die um 22.30 Uhr in der nahen Kirche St. Bonifatius gefeiert wird, ist die Aktion eingebunden: Zum Abschluss des Gottesdienstes wird es eine Prozession zum Container geben.

"Ohne Unterstützung aus dem Pastoralteam und Dekanatsreferentin Rebecca Goeke aus dem Dekanat Emschertal wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen", so Dominik Mutschler. Auch das Erzbistum Paderborn hat Anteil an diesem Projekt: Es hat "Gott kommt nach Herne" als "neues Projekt zur Umsetzung des Zukunftsbildes" finanziell gefördert.

Weitere Informationen: https://www.gott-kommt-nach-herne.de/

 

 


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