Detail - Zukunftsblick

"Theologisches Abendgespräch" zum Zukunftsbild

22. Oktober 2015

Foto und Text: Theologische Fakultät Paderborn

Rund 20 Studierende kamen jetzt zu einem "Theologischen Abendgespräch" in der Theologischen Fakultät Paderborn zusammen und beschäftigten sich mit Themen und Anstößen des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn.

Rund 20 Studierende kamen jetzt zu einem "Theologischen Abendgespräch" in der Theologischen Fakultät Paderborn zusammen und beschäftigten sich mit Themen und Anstößen des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn. Eingeladen waren Studierende aller Ausbildungsstätten für katholische Theologie in Paderborn: Katholische Hochschule (KatHo) Nordrhein-Westfalen, Universität Paderborn und Theologische Fakultät.

Die Impulse zur Diskussion kamen von Katharina Lammers und Benedetta Michelini. Lammers, gebürtig aus Marsberg im Sauerland, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Paderborn und unter anderem für die Studienberatung der angehenden Religionslehrerinnen und Religionslehrer zuständig. Aus der Perspektive ihres "Heimatfachs", der systematischen Theologie, fragte sie, wie sich "die Gegenwart bejahen" lässt. Nach ihrer Erfahrung findet sich die "Traumkirche", die Studierende an der Universität mitbringen, tatsächlich im Zukunftsbild wieder. Die Frage sei aber, wie sich die entsprechenden Konzepte umsetzen ließen, ohne in der Praxis ekklesiologische Grundsätze zu unterlaufen. Die Veränderungen, vor denen das Erzbistum stehe wie etwa die Schaffung der Pastoralen Räume böten hier Chancen, doch dafür müssten manche Strukturen aufgegeben werden. Das sei nicht immer ganz leicht, wenn etwa in einer Gemeinde schon die Arbeit in Pastoralverbünden kritisch beäugt werde.

In den Gesprächsrunden, die sich an die Impulse anschlossen, traten sehr unterschiedliche Erfahrungen des "Ist-Zustandes" zutage. Mehr als einmal war der Satz zu hören: "Das habe ich aber ganz anders erlebt!" Diesen Unterschieden Rechnung zu tragen war ein zentrales Anliegen von Michelini. In ihrem Impuls zum Thema "Gottes Ruf wahrnehmen" fragte die Direktorin des Paulus-Kollegs, welche Voraussetzungen es brauche, um Theologinnen und Theologen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Sie wünsche sich eine "Kultur des Erzählens", in denen Menschen über ihren Glauben - und ihr Zweifeln - mit anderen reden könnten. Denn aus ihrer Erfahrung wisse sie, dass "Berufung" ein Prozess sei.

In der nachfolgenden Diskussion wurde das Stichwort "Berufung" wieder aufgegriffen. Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer darin, dass er keinesfalls enggeführt werden dürfe, etwa auf die "Berufung zum priesterlichen Dienst". Es gehe vielmehr darum, auch im Sinne der Idee der Charismen, den Menschen zu ermöglichen, ihre eigene Berufung zu erkennen und ernst zu nehmen.

In den anschließenden Gesprächsrunden stellte sich "Rollenfindung" als ein zentrales Thema heraus, das nach Ansicht der Studierenden bei der Fortführung des Zukunftsbildes eine zentrale Rolle spielen werde. Das gilt für Theologinnen und Theologen ebenso wie für Gemeindemitglieder in Pfarreien, Pfarrverbünden und Pastoralen Räumen. Vor allem im Anschluss an den Impuls von Lammers wurde diskutiert, wie etwa das für die jeweilige Aufgabe nötige theologische Wissen an die Ausführenden weitergegeben werden könnte. Aufgabe von Theologinnen und Theologen könne es zum Beispiel sein festzustellen, was ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen, um für die Jugendarbeit befähigt zu sein oder das theologische Fachwissen so aufzubereiten, dass es ankommen kann. Dabei brauchen sie selbst das entsprechende Wissen und das richtige Arbeitsumfeld, um ihre "Rolle" zuerst zu finden und anschließend auch ausfüllen zu können.


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