Detail - Zukunftsblick

Flüchtlingen zu Diensten sein

17. April 2015

Auf engem Raum: Pastor Meinolf Wacker (Mitte) besucht in der Flüchtlingsunterkunft zwei Asylbewerber aus Sri Lanka.

Mit großem Engagement kümmern sich Haupt- und Ehrenamtliche in den Gemeinden des Erzbistums um Flüchtlinge vor Ort.

"Die Kirche von Paderborn möchte Menschen zu Diensten sein, die in Nöten sind - seien diese materieller, sozialer oder seelischer Art", heißt es im Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn. Vielerorts ist dieser Satz bereits Wirklichkeit - das wird einem derzeit vor Augen geführt, wenn man betrachtet, mit welcher Selbstverständlichkeit sich viele Menschen im Erzbistum für Flüchtlinge in ihren Gemeinden engagieren. Und das trotz der vielen Herausforderungen, die der Zuzug von Menschen verschiedenster Nationen für Städte und Dörfer mit ich bringt. 

Ablesbar ist das hohe Engagement an den Anträgen auf finanzielle Förderung aus dem "Flüchtlingsfonds", die in sehr hoher Zahl im Erzbischöflichen Generalvikariat ankommen. 102 sind es inzwischen (Stand: 15. April 2015). Sie beschreiben, was Haupt- und Ehrenamtliche vor Ort alles möglich machen, damit es den Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft besser geht. Da bleibt man nicht gleichgültig, wenn Menschen aufgrund erlittener Gewalt traumatisiert sind - sondern organisiert psychologische Hilfe. Da nimmt man es nicht einfach hin, dass Flüchtlinge ohne offizielle Anerkennung aus finanziellen Gründen keine Sprachkurse besuchen können - sondern macht ihre Teilnahme an Sprachkursen möglich. Da hilft man bei Behördengängen, feiert Willkommensfeste, schafft Begegnungsmöglichkeiten mit Einheimischen, sorgt für Spielmöglichkeiten der Kinder.

Einer von vielen Orten, an dem sich Menschen aus christlicher Überzeugung heraus für Flüchtlinge engagieren, ist der Pastoralverbund Kamen-Kaiserau. Dort lebt Pastor Meinolf Wacker nicht weit von den Unterkünften für Asylbewerber entfernt: Drei Häuser, in denen Menschen vieler verschiedener Nationalitäten mit dramatischen Fluchterlebnissen einer oft ungewissen Zukunft entgegen sehen. Die Räume sind klein und stickig. Nicht selten müssen sich Familien auf engstem Raum ein Zimmer teilen. Meinolf Wacker beschloss zu handeln und ein Netzwerk engagierter Ehrenamtlicher aufzubauen ("EnTrA", d.h. "Engagierten-Treff-Asyl"). Gemeinsam begannen sie damit, effektive Hilfen zu organisieren und vor allem für Begegnungen mit den Flüchtlingen sorgen.

Jeden Donnerstagvormittag bieten Ehrenamtliche in der Unterkunft der Asylbewerber eine Sprechstunde an. Sie erklären behördliche Briefe und helfen bei Behördengängen oder Arztbesuchen. Andere bieten Handarbeitsabende an, organisieren Ausflüge und Sprachkurse. Es gibt Hilfe bei der Suche nach gebrauchten Kleidern und Möbeln sowie beim Umzug, wenn anerkannte Asylbewerber die Unterkunft verlassen können. Ein pensionierter Lehrer gibt Deutschunterricht, eine Frauenärztin berät Mütter und Schwangere. Weitere Hilfen sind die Erstellung von psychologischen Gutachten für zwei Folteropfer aus Sri Lanka und der Platz in einem Integrationskurs für einen Mann aus Eritrea, der als noch nicht anerkannter Asylbewerber sonst darauf keinen Anspruch hat.

"Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40): Dieses Jesuswort hat Meinolf Wacker zu diesem Engagement inspiriert. Nachfolge Jesu bedeutet immer auch Zuwendung zu den Armen, Bedrängten, Notleidenden - im Einsatz für Flüchtlinge wird dies in ganz vielen Gemeinden des Erzbistums gelebt.


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