Detail - Zukunftsblick

Theologische Nachfragen zum Zukunftsbild

20. Februar 2015

Theologieprofessorinnen und -professoren diskutierten mit der Bistumsleitung über das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn. Zu einzelnen Themen gab es kritische Nachfragen und konstruktive Diskussionen.

Am Dienstag, 17. Dezember 2015, diskutierten Theologieprofessorinnen und -professoren mit der Bistumsleitung über das Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn (zur Pressemeldung). Als Gesamtentwurf fand der Text bei den Theologinnen und Theologen, die an den Universitäten Dortmund, Paderborn und Siegen lehren, viel Zustimmung. Gleichzeitig gab es kritische Nachfragen und konstruktive Diskussionen zu einzelnen Themen. Der nachfolgende Text zeichnet einige Fragen und Diskussionen nach.

Im Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn steht das Volk Gottes im Mittelpunkt. Jeder und jede, so eine zentrale Aussage, kann einen Beitrag dazu leisten, dass Glaube und Kirche in der heutigen Zeit lebendig bleiben. Denn Gott schenkt den Menschen unverwechselbare Talente, die zu dieser Aufgabe befähigen. Das Zukunftsbild ermutigt dazu, diese Talente (Charismen) zu entdecken, zu nutzen und ins Leben der Gemeinde einzubringen. Sie sind unverzichtbar für die Kirche.

Um sich entfalten zu können, brauchen solche Talente allerdings Freiräume – diese sollen ihnen die Pastoralen Räume bieten. Entsprechend bestehen diese Räume nicht nur aus den „klassischen“ Pfarrgemeinden, sondern auch aus kleineren, flexibleren Gemeinden. Sie bilden sich „von unten her“ auf der Grundlage der vorhandenen Talente und Charismen – zum Beispiel um ein bestimmtes Thema oder eine bestimmte Zielgruppe herum.

Die Frage ist aber, wie viel Freiraum tatsächlich gewünscht ist und wo dieser an seine Grenzen stößt. Diese Frage kann man aus zwei Richtungen stellen:

  1. Zum Wesen der katholischen Kirche gehört das sakramentale Handeln, die sakramentale Feier. Inwiefern bilden nun „freie“ Gruppierungen, die auf geistgewirkte Charismen setzen, diese Sakramentalität ab? Oder entwickelt sich die katholische Kirche mehr und mehr in Richtung der Freikirchen? Auf welche Weise könnten auch „freie“ Gruppierungen etwa durch (quasi-sakramentale) Beauftragungen rückgebunden werden?
  2. Braucht es nicht einen verlässlichen „Dienst an den Diensten“? Braucht es nicht viel Ermutigung, damit Menschen ihre Charismen wahrnehmen und entfalten können? Brauchen Gruppen – bei allen Freiräumen und Selbstverantwortlichkeit – nicht hauptamtliche Begleitung, der sie inspiriert, ermutigt und unterstützt? Wer gibt ihnen Visionen? Und welche Kompetenzen, welche Ausbildung braucht eine Person, die diese Aufgaben der Begleitung und Ermutigung wahrnimmt?

Das alles sind – wie gesagt – Fragen. Antworten darauf gilt es, im Erzbistum Paderborn in den nächsten Jahren zu finden.


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