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Erzbischof Becker eröffnet Diözesane Pastoralwerkstatt

27. Juni 2013

Ein Improvisationstheater sorgte während der Eröffnung der Diözesanen Pastoralwerkstatt für gute Stimmung bei den 430 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Mit einer Ansprache erteilte Erzbischof Hans-Josef Becker der Werkstatt den Auftrag für die gemeinsame Arbeit.

Prof. Dr. Christiane Koch (KatHO) trug das Impulsreferat vor, das die erkrankte Professorin Dr. Julia Knop aus Wuppertal für die Pastoralwerkstatt erarbeitet hatte.

Monsignore Dr. Michael Bredeck, Geschäftsführer der Lenkungsgruppe „Perspektive 2014“, hieß die Teilnehmerinnen und Teilnehmer willkommen.

Im Hohen Dom waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, an insgesamt 40 Stehtischen miteinander ins Gespräch zu kommen.

Paderborn, 26. Juni 2013. Rund 430 Frauen und Männer, Ehren- und Hauptamtliche versammelten sich am Mittwochabend zu einem ganz besonderen Ereignis im Hohen Dom zu Paderborn. Dort eröffnete Erzbischof Hans-Josef Becker mit einer liturgischen Feier die Diözesane Pastoralwerkstatt zur Perspektive 2014.

Paderborn, 26. Juni 2013. Rund 430 Frauen und Männer, Ehren- und Hauptamtliche versammelten sich am Mittwochabend zu einem ganz besonderen Ereignis im Hohen Dom zu Paderborn. Dort eröffnete Erzbischof Hans-Josef Becker mit einer liturgischen Feier die Diözesane Pastoralwerkstatt zur Perspektive 2014. Von Mittwoch bis Samstag beraten die Teilnehmer gemeinsam mit der Leitung des Erzbistums Paderborn, welche grundsätzliche Richtung die künftige Pastoral im Erzbistum Paderborn nehmen soll und welche Rahmenbedingungen es dafür geben wird. Leitwort der Veranstaltung ist „Denn wir schauen aus nach dir“ (Psalm 33,22).

Die Diözesane Pastoralwerkstatt sei eine weitere Konkretisierung der „Pastoral der Berufung“, der Zentralkategorie der diözesanen Entwicklung im Erzbistum Paderborn, sagte Erzbischof Becker in seiner Ansprache zur Eröffnung der Pastoralwerkstatt. „Hier kommen sehr verschiedene Menschen zusammen, um gemeinsam zu beraten über die künftigen Wege der Seelsorge in unserem Erzbistum, und ich wünsche Ihnen vor allem, dass Sie sich als Brüder und Schwestern verstehen, gerade in der Buntheit und in dem weiten Spektrum, das hier versammelt ist.“ Ohne ehrlich gewollte und immer wieder überprüfte Kommunikation und Partizipation werde künftige Pastoral nicht gelingen, so der Paderborner Erzbischof. „Heute kommen wir in der Kirche nur weiter, wenn wir das, was wir tun, und den Weg, wie wir etwas tun, gemeinsam entwickeln.“

Erzbischof Becker sagte im Blick auf das Ziel der viertägigen Diözesanen Pastoralwerkstatt: „Ich erhoffe mir durch die Beratungen deutliche und klare Hinweise, in welche Richtung ich zum Ende des Perspektivprozesses die Rahmenbedingungen für die Pastoral in unserem Erzbistum in Kraft setzen kann.“ Die Ergebnisse der Pastoralwerkstatt seien die Basis für die späteren Leitlinien, die als Rahmenbedingungen von ihm als Erzbischof in Kraft zu setzen seien. „Ich erteile der Pastoralwerkstatt den Auftrag, auf der Basis der letzten Jahre und unter Bezugnahme auf die von mir vorgelegten Kriterien Empfehlungen zu erarbeiten für künftige Rahmenbedingungen für das pastorale Handeln im Erzbistum Paderborn“, so Erzbischof Becker. Bei den „Rahmenbedingungen“ gehe es um vor allem verlässliche und auch verbindliche Regelungen für ein gutes Miteinander der verschiedenen Ebenen im Erzbistum. „Ich meine akzeptable Grundlagen, auf die sich ein katholischer Christ im Erzbistum Paderborn verlassen können soll. Ich meine verlässliche Kriterien für die Priester, Gemeindereferenten und Diakone für das, was sie bei immer stärker werdendem personellen Rückgang tun können und auch sollen und auch was nicht. Ich denke an Grundlagen eines konstruktiven Miteinanders der Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen im Erzbistum auf der Basis der Pastoral der Berufung.“ Die Rahmenbedingungen hätten letztlich dem „Weiterleben des Glaubens“ in unseren Breiten zu dienen. „Denn nur um dieses eine geht es: dass wir jetzt die Pastoral so entwickeln, dass möglichst viele Menschen von der Botschaft des Evangeliums erreicht und zu einer persönlichen Stellungnahme dazu geführt werden können.“

Für die Wege, die Gott die Kirche führen wolle, sei Offenheit erforderlich, sagte Erzbischof Becker weiter. „Wir erkennen uns als das Volk Gottes auf dem Weg durch die Zeit, dem Christus selbst als der Gute Hirt vorangeht. Mit ihm, der allein Herr seiner Kirche ist, wissen wir uns in lebendiger Verbindung.“ Eine künftige Pastoral dürfe nicht primär priesterzentriert angesetzt werden, denn die Zahl der Priester werde in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen. Zugleich müsse die künftige Pastoral den priesterlichen Dienst in seiner ganz eigenen Berufung schützen und stärken. „Denn die priesterliche Berufung dient dem ganzen Volk Gottes, der Förderung der vielen Berufungen.“

Es folgte ein Impulsvortrag zum Thema „Mache dich auf! Christsein heißt Berufen-Sein“, den Professorin Dr. Julia Knop aus Wuppertal vorbereitet hatte. Da Professorin Dr. Knop aus Krankheitsgründen kurzfristig absagen musste, trug Professorin Dr. Christiane Koch von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO) den Impuls vor. Darin hieß es, dass eine gemeinsame Auszeichnung vor aller innerkirchlichen Differenzierung in verschiedene Ämter und Stände, Rollen, Kompetenzen und Aufgaben stehe: die Würde, das Privileg, die Berufung, Bürger im Gottesvolk und Hausgenosse Gottes zu sein. Getauft zu sein, sei etwas Besonderes, es sondere aus und sende aus. Zugleich sei dieses „Besondere“ des Getauft-Seins aber genau das, was allen Christen gleichermaßen zukomme. „Die Würde und Berufung, die die Taufe bedeutet, teilen alle Christen. Sie teilen sie freilich als Geschenk.“ Niemand habe sich selbst berufen, niemand sich selbst getauft. Es gehe nicht um „Leistung“, vielmehr um „Dank“. „Christen dürfen und sollten froh und selbstbewusst auftreten, gerade weil dieses Selbstbewusstsein nicht auf ihrem eigenen Können beruht, sondern darauf, sich beschenkt zu wissen.“

In den drei kirchlichen Grundvollzügen: Liturgie (Liturgia), Verkündigung (Martyria) und Dienst am Nächsten (Diakonia) werde Christsein lebendig, anschaulich, authentisch, so Professorin Dr. Knop weiter. In ihnen geschehe Kirche, an ihnen könne man einen Christenmenschen und die Kirche Gottes erkennen. Mit Liturgia, Martyria und Diakonia stünden nicht Orte oder Strukturen im Vordergrund, vielmehr Handlungen und Lebensvollzüge. Im Blick auf die Liturgie hieß es in dem Vortrag: „Kirche, Christsein geschieht im Gebet zur Verherrlichung Gottes und zur Heiligung des Menschen.“ Kirche lebe und werde für andere erfahrbar, wo Christinnen und Christen ihren Glauben in Worte fassen, verständlich machen, kommunizieren würden, sagte die Rednerin im Blick auf das Lebenszeugnis (Martyria), das Christen in Worten und Taten geben. Hinsichtlich der dritten Dimension gelebten Christseins, der Diakonia verdeutlichte der Vortrag: „In der Sorge um den Nächsten, dem ich selbst zum Nächsten werde, soll sich Gottes Herrschaft zeigen.“

Es sei „außergewöhnlich“, dass sich mehrere hundert Menschen versammeln würden, um ihr Bistum, ihre Kirche vor Ort zu gestalten, um den Katholizismus im Erzbistum Paderborn gut aufzustellen, trug Professorin Koch vor. „Sie bringen ihre Erfahrungen, ihre Kraft und ihre Kompetenz ein, um sich gemeinsam als Kirche von Paderborn gut aufzustellen und mit den Herausforderungen unserer Tage, unserer Gesellschaft und unserer Kirche gut umzugehen. Sie tun das, weil ihnen ihre Kirche, ihr Christsein, wert und teuer ist, weil sie eine Perspektive haben.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diözesanen Pastoralwerkstatt wurden begrüßt von Domvikar Msgr. Dr. Michael Bredeck, Geschäftsführer der Lenkungsgruppe „Perspektive 2014“. Der Hohe Dom zu Paderborn sei bewusst als Ort für den Auftakt der Diözesanen Pastoralwerkstatt gewählt worden, er sei die geistliche Mitte des großen Erzbistums Paderborn, er repräsentiere durch die in ihm ruhenden Gebeine des Paderborner Bistumspatrons, des heiligen Liborius, eine lange und wechselvolle Geschichte. „Der Paderborner Dom steht also für die Tradition, der wir verpflichtet sind und zugleich, immer, wenn wir uns hier versammeln, für die Gegenwart, in die wir hineingestellt sind.“ Sich in einen „offenen Verständigungsprozess“ hineinzubegeben, sei wichtig. Im Blick auf die unterschiedlichen Erfahrungen, Einsichten und Anliegen der Teilnehmenden der Pastoralwerkstatt sagte Msgr. Dr. Michael Bredeck: „Bei aller Unterschiedlichkeit unserer eigenen Sichtweisen ist doch das Verbindende immer größer: Setzen wir also auch auf die Gewissheit, zueinander zu gehören als Schwestern und Brüder, die verbunden sind durch die Taufe.“

Zu Beginn des geistlich-spirituellen Auftakts der Pastoralwerkstatt trugen einige Teilnehmer Anliegen, Bitten und Hoffnungen vor. Mit dem gemeinsamen Gebet von Psalm 33 unterstrichen die Teilnehmer der Pastoralwerkstatt ihren Wunsch und ihr Vertrauen, dass Gott sie begleite: „Lass deine Güte über uns walten, o Herr, denn wir schauen aus nach dir“. Die Moderatoren der Diözesanen Pastoralwerkstatt Jutta Tacke und Dr. Gundo Lames wurden vorgestellt, ebenso Dörte Engelhardt mit dem Improvisationstheater improzess, das die Pastoralwerkstatt kreativ begleitet.

Unter dem Motto „Sich begegnen und kennen lernen“ waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Ende der Eröffnung eingeladen, an Tischrunden miteinander ins Gespräch zu kommen. An insgesamt 40 Stehtischen tauschten sie sich dazu aus, was sie im Hinblick auf die Veränderungen in der Kirche bewegt, worauf sie sich bei der Diözesanen Pastoralwerkstatt freuen und was ihre Hoffnung beim diözesanen Prozess „Perspektive 2014“ ist. Oft wurde die Herausforderung benannt, wie Menschen in den Gemeinden motiviert werden können, die anstehenden Veränderungen mit zu tragen. Eine generelle Unsicherheit, welchen Weg diözesane Prozess einschlage, nannten ebenfalls viele Teilnehmer. Gleichzeitig wurde aber auch die Hoffnung geäußert, dass die Pastoralwerkstatt einen Perspektivwechsel ermöglichen könne, der neue Kreativität freisetzen könne.

Der geistlich-spirituelle Auftakt der Diözesanen Pastoralwerkstatt im Paderborner Dom wurde musikalisch gestaltet von Sebastian Freitag an der Orgel und Rita Remmert am Saxophon. Zur Einstimmung der Tagungsteilnehmer im Hohen Dom wurden von einem Projektchor aus Marienmünster und Paderborn unter der Leitung von Norbert Neumann Lieder aus Taizé gesungen.

Nach dem geistlich-spirituellen Beginn kamen die Teilnehmer der Diözesanen Pastoralwerkstatt unter dem Motto „Sich begegnen und kennen lernen“ in verschiedenen Gruppen zusammen und tauschten sich über verschiedene Fragestellungen aus. Der Eröffnungs-Abend der Diözesanen Pastoralwerkstatt klang aus mit einem Abend der Begegnung im Konrad-Martin-Haus.


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