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Ermutigung zur Kreativität

10. Januar 2013

Das Erzbistum Paderborn bietet seit November 2011 eine neue Form der Unterstützung an und fördert innovative missionarische, diakonische oder spirituelle Projekte, die die Anliegen der Perspektive 2014 im Sinne einer „Pastoral der Berufung“ umsetzen.

Das Erzbistum Paderborn bietet seit November 2011 eine neue Form der Unterstützung an und fördert innovative missionarische, diakonische oder spirituelle Projekte, die die Anliegen der Perspektive 2014 im Sinne einer „Pastoral der Berufung“ umsetzen. Der finanzielle Zuschuss kann bis zu 50.000 Euro betragen. Fragen an Prälat Thomas Dornseifer, Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat.

In der Verfügung „Förderung für innovative Projekte in den pastoralen Räumen“ ist von einer Umbruchsituation der Kirche die Rede, die neue Wege der Pastoral erfordert. Was ist damit gemeint?

Prälat Dornseifer: Damit ist gemeint, dass wir unsere Pastoral auf ein großes Ziel ausrichten müssen: das „Weiterleben des Glaubens“ in unserem Erzbistum. Die Zahl der Katholiken und Priester schrumpft, wir können heute nicht mehr selbstverständlich davon ausgehen, dass die Menschen in unseren Gemeinden mit Glaube und Kirche vertraut sind. Wir lernen gerade erst, mit dieser Situation umzugehen. Umso wichtiger sind Ideen und Projekte, die konstruktiv auf diese Situation reagieren. Deshalb wollen wir solche Ideen und Projekte fördern.

Kann man genauer beschreiben, welche Projekte mit einer Förderung rechnen können?

Prälat Dornseifer: Die Betonung liegt auf innovativ, also neu. Wir fördern keine Veranstaltungen, Maßnahmen oder Konzepte, die es immer schon oder schon länger gegeben hat. Vielmehr wollen wir die Menschen in unseren Pfarreien und Einrichtungen zur Kreativität ermutigen Zudem wollen wir zum Nachdenken darüber anregen, wie die Anliegen der Perspektive 2014 praktisch umgesetzt werden können. Wir hoffen, dass auf diese Weise vielfältige Formen des Kirche- und Gemeindeseins entstehen, die auf möglichst viele Menschen einladend wirken – auf die Kirchenverbundenen und Kirchenfernen, auf ältere und junge Menschen, auf Familien und Alleinstehende, um nur einige Beispiele zu nennen. Für sie alle muss es Angebote geben, die ihrer persönlichen Situation entsprechen.

Welche Anliegen der Perspektive 2014 sollen die Projekte umsetzen?

Prälat Dornseifer: Das zentrale Anliegen der Perspektive 2014 ist die „Pastoral der Berufung“, die Erzbischof Hans-Josef Becker als Zentralkategorie diözesaner Erneuerung und Weiterentwicklung benannt hat. Entsprechend sollten Projekte, für die ein Förderantrag gestellt wird, von dem Gedanken der einzigartigen Berufung jedes Menschen getragen sein oder, mit anderen Worten, von dem Bewusstsein, dass Gott mit jedem Menschen eine einzigartige Geschichte schreibt. Wenn ein Projekt zum Beispiel eine innovative Form der Ehrenamtsförderung umsetzt, dann entspricht das diesem Berufungsgedanken. Denn durch ein solches Projekt wird der Gedanke gestärkt, dass jeder Gläubige durch die Taufe zu einem Engagement in der Kirche berufen ist – egal ob ehren- oder hauptamtlich. Neben dem Thema „Ehrenamt – Engagement aus Berufung“ hat Erzbischof Becker drei weitere Themenfelder genannt, durch die die Pastoral der Berufung konkret wird. Sie lauten: „Taufberufung fördern – Katechese, Gottesdienst und Sakramente“, „Pastorale Orte und Gelegenheiten – missionarisch Kirche sein“ sowie „Caritas und Weltverantwortung – diakonisch handeln“.

Gibt es im Erzbistum bereits beispielhafte Initiativen, die die Fördervorgaben erfüllen?

Prälat Dornseifer: Anfang Oktober fand in der Zeltkirche der Bildungsstätte St. Bonifatius in Elkeringhausen ein Projekt-Forum statt, auf dem Initiativen vorgestellt wurden, die aus unserer Sicht „innovativ“ sind und Interessierten eine gewisse Orientierung bieten können. Ich sage bewusst „gewisse Orientierung“, weil ich damit die Kreativität im Erzbistum nicht in eine bestimmte Richtung lenken möchte. Zu den vorgestellten Projekten zählen so unterschiedliche Initiativen wie die Junge Kirche Meschede, der Bestwiger Bibelsommer oder der Ökumenische Pilgerweg Corvey-Büren. Wer sich dafür interessiert, kann auf der Internetseite www.pastorale-informationen.de ausführlichere Informationen erhalten.

Der Zuschuss kann bis zu 50.000 Euro betragen. Welche Projekte kämen für eine solche Fördersumme in Frage?

Prälat Dornseifer: Hier muss man sehen, dass der Förderzeitraum bis zu drei Jahre betragen kann. Wenn ein Projekt für einen so langen Zeitraum angelegt ist, kann schon einmal eine höhere Summe anfallen. Ein anderes Beispiel: Eine Initiative möchte regelmäßig mit Referenten zusammenarbeiten, für die natürlich Honorare anfallen – auch da kommt schnell eine größere Summe zusammen. Insgesamt soll die Summe aber signalisieren: Wir sind bereit, gute Ideen zu unterstützen. Innovative Ideen, die dem Weiterleben des Glaubens im Erzbistum dienen, sollen nicht am Geld scheitern.


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