Detail - 10Jahre..

Berufungspastoral wird zentrale Kategorie der Seelsorge im Erzbistum

21. November 2009

„Äußerst beeindruckend“ nannte Erzbischof Becker (Mitte) die Vielfalt der Entwicklungen, die im Rahmen der „Perspektive 2014“ im Erzbistum begonnen worden sind. Die Moderatoren Jutta Loke (links) und Stephan Lange (rechts) befragten den Erzbischof nach einem Rückblick auf die ersten fünf Jahre des pastoralen Arbeitsprogramms.

In seiner Ansprache kündigte Erzbischof Becker an, dass die Berufungspastoral zentrale Kategorie der Seelsorge im Erzbistum werden solle.

Am Nachmittag hatten die 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, die Ansprache des Erzbischofs in fünf Foren zu diskutieren.

Am Nachmittag hatten die 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, die Ansprache des Erzbischofs in fünf Foren zu diskutieren.

Mit einer von Erzbischof Becker geleiteten Schlussandacht endete das diözesane Forum.

Paderborn, 21. November 2009. Die Seelsorge im Erzbistum Paderborn steht in den kommenden fünf Jahren unter der Überschrift „Berufungspastoral“. Das hat Erzbischof Hans-Josef Becker am Samstag im Paderborner Heinz-Nixdorf-MuseumsForum angekündigt.

Paderborn, 21. November 2009. Die Seelsorge im Erzbistum Paderborn steht in den kommenden fünf Jahren unter der Überschrift „Berufungspastoral“. Das hat Erzbischof Hans-Josef Becker am Samstag im Paderborner Heinz-Nixdorf-MuseumsForum angekündigt. „Es wird in den nächsten Jahren darum gehen, die Vielfalt der Berufungen im Volk Gottes zu stärken und all das zu intensivieren, was diese Berufungen fördert“, sagte er im Rahmen eines Diözesanen Forums, zu dem 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pastoralverbünden, Gremien, Verbänden und Einrichtungen des Erzbistums zusammengekommen waren. Gemeinsam mit der Bistumsleitung zogen sie unter dem Leitwort „Denn wir schauen aus nach dir“ (Ps 33,22) eine Zwischenbilanz der „Perspektive 2014“, dem im Oktober 2004 vorgestellten, auf zehn Jahre angelegten pastoralen Arbeitsprogramm.

Am Anfang der Tagung stand ein Rückblick auf die ersten fünf Jahre der „Perspektive 2014“. Interviews mit vielen Beteiligten sowie Filmeinspielungen verdeutlichten den Teilnehmern, welchen Weg die Seelsorge im Erzbistum in den vergangenen Jahren bereits zurückgelegt hat. Neue Projekte wie das Citykloster in Bielefeld oder die „Jungen Kirchen“ an verschiedenen Orten des Erzbistums wurden ebenso vorgestellt wie grundlegende Prozesse in der Pastoral wie die Weiterentwicklung der Pastoralverbünde oder der Sakramentenpastoral.

Erzbischof Becker nannte in einer ersten Reaktion den Rückblick auf die ersten fünf Jahre der Perspektive 2014 „äußerst beeindruckend“. In seiner Ansprache beschrieb er dann seine Vorstellungen für den weiteren Weg der Pastoral im Erzbistum. Dabei kündigte er an, dass die Perspektive 2014 in den kommenden Jahren den Charakter eines „diözesanen Projektes“ erhalten werde. Ausdrücklich betonte er: „Der ‚Status quo’ unserer Pastoral führt uns nicht weiter und beantwortet die zentralen pastoralen Fragen und Herausforderungen nicht.“ Gleichzeitig unterstrich er, dass angesichts der anstehenden Veränderungen jeder einzelne gebraucht werde. Dringend warb er daher „um ein solidarisches Verhalten aller Beteiligten in unseren Pastoralverbünden, Gremien, Verbänden und Einrichtungen“. Nur dann könnten verlässliche und verbindliche Rahmenbedingungen für das pastorale Handeln im Erzbistum greifen.

Alle Überlegungen und alles Handeln müssten unter „die Perspektive unseres christlichen Glaubens an den lebendigen Gott“ gesetzt werden, fuhr der Erzbischof fort. Nur aus dieser Perspektive sei es möglich, Antworten auf die wichtigsten Fragen zu finden: „Wozu bist du da, Kirche von Paderborn? Wo liegen die Schwerpunkte deines Wirkens heute?“. Um die damit verbundenen Entscheidungen klar und verantwortungsvoll treffen zu können, benötigten Priester und hauptamtliche Laien ausreichend Zeitreserven. „Ich betone: Sie haben dazu meine Rückendeckung!“, so der Erzbischof. Er kündigte ein Begleitungsangebot an, das den Teams in den Pastoralverbünden künftig dabei helfen solle, Nachrangigkeiten in der Seelsorge vor Ort zu benennen.

Zentrale Priorität im kirchlichen Handeln müsse „die Sorge um die Neuentdeckung, Vertiefung und Vitalisierung des Glaubens an Gott haben“, führte der Erzbischof weiter aus. Es gelte, „das Bewusstsein zu stärken, als Gemeinschaft der Kirche wie als einzelne Christen von Gott persönlich angesprochen und in die Gemeinschaft mit ihm und der Kirche hineingerufen zu sein“. Um dieses Ziel zu erreichen, sei eine Stärkung des Glaubens an die Berufung aller Getauften entscheidend. Der Gedanke der Berufung solle daher zentrale Kategorie der Bistumsentwicklung in den kommenden Jahren und Kern des „diözesanen Projektes 2014“ sein. „Menschen, die eine bewusste Entscheidung aus dem Glauben an Gott getroffen haben, werden in Zukunft mehr und mehr das Gesicht der Kirche vor Ort prägen“, so die Prognose des Erzbischofs. Mit starrem Anspruchsdenken und der Pflege einer Versorgungsmentalität werde die Kirche dagegen nicht lebendig bleiben. „In diesem Sinne wünsche ich mir eine bewusste Weiterentwicklung eines fundierten Kirchenbewusstseins“, sagte er. „Denn wir alle bilden die Kirche Gottes.“

Die Ausrichtung der Seelsorge an der zentralen Kategorie Berufung könne gelingen, wenn die Pastoral von der Taufberufung des einzelnen Christen her erneuert werde, so Erzbischof Becker. Im Zentrum der Bemühungen sollten daher folgende Fragen stehen: „Was macht unser Christsein aus? Wo sehen wir uns wirklich verbunden mit dem Gott Jesu Christi? Wie weit kann Sein Sterben und Seine Auferstehung jeden einzelnen von uns prägen? Wie können wir Ihn heute wirksam und eindrücklich bezeugen? Und auch: Wo liegen unsere Schwierigkeiten im Glauben begründet?“ Konkret könne die Konzentration auf diese Fragen etwa bedeuten, dass die neu gewählten Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände sich nicht ausschließlich mit pastoralen Organisationsfragen beschäftigten, vielmehr sich die Zeit nähmen, ihre Glaubens- und Berufungsgeschichten kennen zu lernen. Praxistest für die Weiterentwicklung der Pastoral in Richtung Berufungspastoral sei die Fortschreibung der Pastoralverbünde zum 1. Januar 2010, so Erzbischof Becker abschließend.

In fünf Foren diskutierten die Teilnehmer die von Erzbischof Becker in seiner Ansprache genannten Schwerpunkte und trugen ihre Ergebnisse in kurzen Botschaften im Plenum zusammen. Unter anderem wurde betont, dass alle Getauften gleich wichtig seien und es keine Hierarchien der Berufungen geben dürfe. Eine andere Anregung lautete, die Berufung der Kirche zur Sorge für die Armen weiter zu vertiefen. Eine dialogische Haltung bei der Weiterentwicklung der pastoralen Räume und ein Ernstnehmen der verschiedenen Charismen waren weitere Impulse. Mit einer von Erzbischof Becker geleiteten Schlussandacht endete das diözesane Forum. 


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