Themenliste

Welche Erkenntnisse zeigen sich in den Entwicklungen der Pastoralen Räume? Welche Herausforderungen stellen sich?
Vielfalt

Gegenwartsbild

Die Motivation und Bereitschaft, das Zukunftsbild vor Ort umzusetzen, ist überall sehr hoch. Die Prozesse zum Aufbau und zur Gestaltung der Pastoralen Räume fördern eine neue Qualität der Reflexion, vor allem zu der zentralen Leitfrage: Wozu bist du da, Kirche in X. Die Frage nach den Haltungen wird zunehmen als ein zentrales Thema besprochen. Bei der Umsetzung werden aber auch Schwachstellen und Herausforderungen sichtbar und zunehmend thematisiert:

  • Der Pastorale Raum befördert bei vielen Christen in den Gemeinden immer noch Annahmen / Phantasien von Vergrößerung, Entfremdung und Heimatverlust.
  • Das Verständnis vom Raum, dass vielen Konzepten zugrunde liegt, befördert eine Binnenorientierung auf kirchliche Strukturen und Angebote, ein Bestreben, das Bindungen an kirchliche Orte zum Ziel hat. Gleichzeitig wird schmerzhaft erfahren, dass gewohnte Bemühungen der "Verkirchlichung" immer mehr zum Scheitern verurteilt sind.
  • Der größere Raum erzeugt bei vielen Akteure Erfahrungen von Mangel, z.B. weniger Personal, leere Kirchen, fehlende Leitung auf lokaler Ebene.
  • Überlastungen und Überforderungen durch ein immer mehr an neuen Anforderungen und Aufgaben werden zunehmend spürbar. Die Prozesse werden vielfach als Zusatz zum gängigen "Alltagsgeschäft", als "on top" verstanden.
  • Rollengestaltungen bei Haupt- und Ehrenamtlichen zeigen eine Diskrepanz, den Wunsch nach Ausstieg aus den erlernten Aufgaben- und Rollenzuschreibungen einerseits und der Zurückhaltung vor einschneidenden Veränderungen und den verbundenen Befürchtungen / Konflikten andererseits.
  • Zurückhaltungen zeigen sich bei einschneidenden Veränderungen in den Bereichen Immobilien und Fusionen.
  • Gängige Formen und Wege der Entscheidungsfindung werden als nicht mehr angemessen eingeschätzt. Sie entsprechen nicht mehr den geistlichen und pastoralen Anforderungen des Zukunftsbildes

Zielbild

  • Ein aussagekräftiges Kirchenbild zum Raum ist umrissen. Es eröffnet die Möglichkeit, mit den lokalen Merkmalen wie z.B. Nähe zu den Lebensthemen, Heimat, Mobilität, Zuwendung, Eigenständigkeit, Charismenförderung, Selbstorganisation, Lebens- /Glaubensdeutungen, situationsgerecht umzugehen.
  • Profile und Qualitärsmerkmale pastoraler Ausdrucksformen in den Bereichen Personal, Finanzen, Verwaltung, Dienstleistungen sind exemplarisch gehoben. Rahmenbedingungen sind exemplarisch skizziert.
  • Merkmale und Herausforderungen eines Rollenwechsels beim Pastoralen Personal sowie bei den Ehrenamtlichen sind veranschaulicht.

Erfahrungen und Konzepte

  • Die Erkenntnisse und Problemanzeigen werden den Teilnehmern der Werkstatt in einem begehbaren Pastoralen Raum vorgestellt, ergänzt und als Wegmarken eines gemeinsamen Such- und Lernprozesses zum Aufbau der Pastoralen Räume verdichtet.
  • Faktoren der Überlastung werden veranschaulicht.
  • Bilder und Verständigungen zu einer raumöffnenden und raumgebenden Pastoral werden angeregt. Ein attraktiver Perspektivwechsel zu einem sozialen und kulturellen Raumverständnis, das vielfältige pastorale Gelegenheiten / Gestaltungsoptionen bereithält, wird erarbeitet.
  • Anregungen zu einem Gestaltungsinteresse im öffentlichen Raum, das die sozialen, kulturellen und spirituellen Themen aufnimmt und die Menschen in ihren alltäglichen/biografischen Lebenssituationen anzutreffen versucht.
  • Skizzierung entlastender Rahmenbedingungen in Bereichen pastorales Personal, Ausstattungen, Finanzen, Immobilien.

Bezüge und Stolpersteine

  • Theologische Grundlagenarbeit, Personalentwicklung, Handlungsfelder, Kategorial-Seelsorge, Unterstützung der Verwaltung, Beratungsdienste

Ansprechpartner für das Thema

Ludger Drebber
Tel. (0 52 51) 1 25 1607
E-Mail: ludger.drebber(ät)erzbistum-paderborn.de

Workshop beim Diözesanen Forum 2017

Das Thema wird beim Diözesanen Forum im Rahmen eines Workshops zur Beratung gestellt. Der Workshop findet statt am Samstag, 30. September 2017, von 10 bis 11.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Katharina.

Pastorale Räume: Der Weg bis heute (Sommer 2017)

  • Seit 2010 gingen 75 Prozesse an den Start. Mittlerweile liegen uns 41 Pastoralvereinbarungen vor. 40 Pastoralgespräche wurden bisher geführt. 38 Pastoralvereinbarungen wurden bisher durch einen bischöflichen Vertreter im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung übergeben.
  • Die Handlungsfelder (vor dem Zukunftsbild die Perspektivthemen) bilden die Grundstruktur in fast allen Konzepten. Beauftragungen zu den Handlungsfelder werden bisher nur vereinzelt vorgenommen und dann überwiegend unter Hauptamtlichen im Pastoralteam. Werkstatt-Tage zu den Handlungsfeldern eröffneten Gestaltungsmöglichkeiten.
  • Die Unterstützung durch Berater/innen wird als sehr hilfreich eingeschätzt. Zunehmend zeigt sich ein Bedarf an Beratungen zur Teamentwicklung in den Pastoralteams.
  • Mit dem neuen "Leitfaden zum Aufbau und zur Gestaltung der Pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn" wurden 2015 die zentralen Themen des Zukunftsbildes aufbereitet.
  • Die Leiter der Pastoralen Räume bereiten sich in einem Leiterkurs auf ihre neue Aufgabe vor. Das Kurkonzept wurde in den vergangenen Jahren den sich zeigenden Herausforderungen angepasst: weniger Methodenkompetenz, stärkere geistliche Ausrichtung der Leitungsrolle auf der Grundlage der Biografien und Ressourcen, Öffnung eines pastoralen und kulturellen Raumverständnisses im Kontext der Sozialräume, Erschließung der Dynamiken in Veränderungsprozessen und die Stärkung eines kollegialen Lernsystems.
  • Die Pastoralgespräche eröffnen Zeichen eines gemeinsamen Lernens von der Bistumsebene bis zur lokalen Ebene. Die Prozesse in den Räumen werden als intensiv, anstrengend aber auch gewinnbringend eingeschätzt: neue Wahrnehmungen für die Lebenssituationen Menschen, verständigte Herausforderungen für neue Ansätze und Aufbrüche, Vergewisserungen in neuen Formen der Kooperation, Thematisierungen von Rahmenbedingungen.
  • Das Thema Berufungsförderung als Motivationsmotor für pastorale Aufbrüche hat überall eine hohe Bedeutung. Die Umsetzung über die klassischen Felder der Katechese hinaus fällt schwer.
    Durch den Aufbau und die Gestaltung von Schwerpunkten durch pastorale Orte und Projekte werden neue Wege zu einer größeren Vielfalt beschritten. Diözesane Projektförderungen unterstützen diesen Bereich. In Netzwerkstrukturen werden Kooperationen in den Sozialraum möglich. Die Erkenntnisse und Arbeitsinstrumente aus den Modellprojekten zu den beiden Themen Pastoral der Berufung und Pastoraler Raum als Netzwerk werden für die Entwicklungen in den Räumen aufbereitet.
  • Die Verwaltungsentlastungen (derzeit durch die ADM) werden als hilfreich erfahren. Die Einführung von Verwaltungsleiten wird derzeit konzipiert.
  • Im Bereich der Fortbildung wurden Basismodule für Pastoralteams entwickelt und durchgeführt. Sie befördern die Teamentwicklung auf der Basis des Zukunftsbildes.
  • Für die Immobilienplanung wurde ein Arbeitskonzept entwickelt: Die Aufgabe von Gebäuden. In einem Pilotprojekt wird diese im nächsten Jahr erprobt.
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