Themenliste

Die Sorge für das gemeinsame Haus. Wie wird Schöpfungsverantwortung im Erzbistum Paderborn konkret?
Prioritäten und Nachrangigkeiten

Gegenwartsbild

  • Mit der Enzyklika "Laudato Si" ist die Verantwortung für das "gemeinsame Haus" in einen umfassenden Kontext gestellt worden. Die Dringlichkeit eines Paradigmenwechsels in unserem Leben und Handeln hat der Papst deutlich beschrieben. Armuts- und Umweltfragen sind nicht zu trennen.
  • Im pastoralen Planen und Handeln finden die Fragen der Schöpfungsverantwortung zu wenig Beachtung.
  • Das Handeln der unterschiedlichen Träger ist in vielen Bereichen nicht kohärent. 
  • Es gibt vielfältige Initiativen in den Bereichen Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung, die unverbunden nebeneinander stehen.
  • "Schöpfungsverantwortung" ist ein Querschnittthema, das einen Dialog aller Beteiligten benötigt.
  • Die vielfältig Engagierten in den Bereichen Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung suchen einen verbindlichen Ansprechpartner auf diözesaner Ebene für das Themenfeld.

Zielbild

  • Es gibt eine verlässliche Art und Weise dafür, wie Ziele, Inhalte und Aktionen zum Themenfeld koordiniert und verantwortet werden.
  • Es gibt Konzepte für die unterschiedlichen Bereiche (Mobilität, Immobilien, Beschaffung, Finanzen,...), die den Herausforderungen der Schöpfungsverantwortung gerecht werden.
  • Es stehen dafür finanzielle, personelle und strukturelle Ressourcen zur Verfügung.

Erfahrungen und Konzepte

  • Das Projekt "Faire Gemeinde" hat das Anliegen in das Erzbistum transportiert. Über die direkt engagierten Gemeinden hinaus wurden Impulse gesetzt.
  • Die "Energieoffensive" lenkt den Blick der Pfarrgemeinden auf Energieeinsparungen in Immobilien
  • "Beauftragte" für das Handlungsfeld Caritas und Weltverantwortung sollen auf Ebene der pastoralen Räume das Thema vertreten
  • Caritaskoordinatoren sollen das diakonische Handeln im Pastoralen Dienst unterstützen.

Bezüge und Stolpersteine

  • Schnittstellen zu weiteren Beteiligten (EGV, DiCV, BDKJ, Diözesankomitee...) müssen sorgfältig geklärt werden.
  • Weitere wichtige Schnittstellen bilden die Hilfswerke, ökumenische Initiativen und die Freiwilligendienste.

Ansprechpartner für das Thema

Ulrich Klauke
Tel. (0 52 51) 125 1230
E-Mail: ulrich.klauke(ät)erzbistum-paderborn.de

 

 

Kathrin Käuper
Tel. (0 52 51) 125 1461
E-Mail: kathrin.kaeuper(ät)erzbistum-paderborn.de

 

 

Nikolas Adrian Müller
Tel. (0 52 51) 125 1572
E-Mail: nikolas.mueller(ät)erzbistum-paderborn.de

Workshop beim Diözesanen Forum 2017

Das Thema wird beim Diözesanen Forum im Rahmen eines Workshops zur Beratung gestellt. Der Workshop findet statt am Freitag, 29. September 2017, von 19.15 bis 20.45 Uhr im Zelt 01 vor der Stadthalle Unna.

Kurzbericht zum Diözesanen Forum

Ergebnisse

Was konkret ist passiert?

  • Beim Diözesanen Forum diskutierten Vertreter aus Gemeinden, Schulen und Verbänden die bisherigen Erfahrungen mit den Projekten „Faire Gemeinde“ und „Energieoffensive“. 
  • Es ergab sich eine kritische Auseinandersetzung der Teilnehmer mit der „grünen“ Außenwirkung des Erzbistums.
  • Mit großen Engagement wurden Ideen für die Gestaltung der Schöpfungsverantwortung im Erzbistum Paderborn gesammelt.
  • In den Diskussionen wurden auch teils schwierige und konfliktbehaftete Forderungen wie z.B. „Photovoltaik auf allen Kirchendächern“ von gemäßigteren Forderungen wie „E-Ladestation an jeder Kirche“ abgelöst.

Warum ist es passiert?

  • Die Folgen des Klimawandels sind offensichtlich und verlangen nach einem veränderten Handeln und Wirtschaften. 
  • Mit der Enzyklika „Laudato Si“ hat Papst Franziskus die Schöpfungsverantwortung als eine Frage der internationalen Gerechtigkeit markiert. 
  • Es gibt in den Gemeinden, Einrichtungen und Verbänden ein hohes Interesse an dem Thema, die Bereitschaft zur Mitgestaltung und den Wunsch nach mehr Aktivität.
  • Die Austauschmöglichkeit mit Experten beim Diözesanen Forum wurde als bereichernd empfunden und genutzt.

Was waren die Folgen, und wie bewerten Sie sie?

Es wurden konkrete Forderungen formuliert: 

  • Das Erzbistum und die kirchlichen Einrichtungen sollten im eigenen Handeln ein Vorbild sein. 
  • Eine Kommission für Schöpfungsverantwortung soll die Verantwortung für den Themenbereich übernehmen. 
  • Es sollten Mindeststandards formuliert werden. 
  • Materialien und Veranstaltungen für Engagierte werden gewünscht.
  • Es gibt laufend Nachfragen zu Aktionen und Materialien zum Themenbereich.

Erkenntnisse

Was lässt sich aus den Ergebnissen lernen?

  • Es gibt eine hohe Einsicht und Bereitschaft, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen. Wegen der Komplexität des Themas braucht es immer wieder Anreize, um das eigene Handeln im Alltag zu verändern und einen dialogischen Austausch bei Veranstaltungen. 
  • Eine Spiritualität der Schöpfung, wie sie in „Laudato si“ beschrieben ist, braucht eine Pflege und gelebte Praxis.
  • Gute Praxisbeispiele und Anreizsysteme (z.B. Energieoffensive oder Faire Gemeinde) helfen in den Gemeinden und Einrichtungen, an dem Thema weiterzuarbeiten.
  • Es braucht eine Öffentlichkeitsarbeit, die mehr ineinandergreift und dialogisch ausgerichtet ist, damit der ganzheitliche Kontext einzelner Maßnahmen deutlich wird.

Welche Empfehlungen lassen sich daraus ableiten?

  • gute Beispiele aus Gemeinden, Einrichtungen und Verbänden öffentlichkeitswirksam vermarkten
  • Einrichtung einer „Kommission für Schöpfungsverantwortung“ als zentrales Dach 
  • zentrale Steuerung der Vielzahl von Nachhaltigkeitsprojekten
  • Entwicklung eines Leitbildes für das Erzbistum im Zuge der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes

Was ist der Nutzen dieser Empfehlungen?

  • Das Image des Erzbistums wird „grüner“ und „umwelt-verantwortungsvoller“.
  • Das Erzbistum wird seiner Vorbildfunktion im Rahmen der Schöpfungsverantwortung „spürbar“ gerecht.
  • Ein Engagement für die Schöpfungsverantwortung dient der eigenen Glaubwürdigkeit.

Projekt Energieoffensive

Mit dem Projekt Energieoffensive versucht das Erzbistum Paderborn, ein aus mehreren aufeinander aufbauenden Tätigkeitfeldern bestehendes Energiemanagement einzuführen. Dieses Energiemanagement soll die energetische Situation von Immobilien in den Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen verbessern sowie für eine ökologisch sinnvolle Nutzung von Gebäuden und der eingesetzten Energieträger sensibilisieren.

Der Glaube, dass die Welt Gottes Schöpfung ist, bedeutet für die Kirchen eine besondere Verpflichtung, sich für die Bewahrung dieser Schöpfung einzusetzen – gerade angesichts der ökologischen Gefährdungen der Lebensgrundlagen. Zur Bewältigung des Klimawandels ist vor allem ein anderer Umgang mit Energie notwendig, der die natürlichen Ressourcen schont.

Weitere Informationen: http://www.energieoffensive-erzbistum-paderborn.de/

Projekt Faire Gemeinde

Das Projekt Faire Gemeinde zeichnete seit 2012 Gemeinden, Pastoralverbünde oder Pastorale Räume, aber auch einzelne Verbände, Einrichtungen, Institutionen und Gruppierungen aus, die sich durch konkretes Handeln und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit für mehr Nachhaltigkeit und internationale Gerechtigkeit in der Kirche engagieren. Getragen wird das Projekt vom Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn, vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Kooperation mit dem Referat Weltmission, Entwicklung und Frieden des Erzbistums Paderborn. In den vier Jahren Laufzeit des Projektes wurden 77 Gemeinden, Schulen und Einrichtungen ausgezeichnet. Die Initiative wurde vom Erzbistum Paderborn als "Innovatives Projekt" gefördert.

http://www.faire-gemeinde.de

 

 

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