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Wort-Gottes-Feier am Sonntag - mit oder ohne Kommunionspendung?
Identität

Gegenwartsbild

  • Aufgrund des Priestermangels ist es in vielen Gemeinden nicht mehr möglich, regelmäßig an jedem Sonntag (einschließlich des Vorabends) die Eucharistie zu feiern.
  • Vor allem im ländlichen Raum gibt es Gemeinden, in denen nur noch alle vier Wochen eine Sonntagsmesse gefeiert werden kann.

Zielbild

  • An Wochenenden, an denen in einer Gemeinde keine Sonntagsmesse gefeiert werden kann, wird zu einer Wort-Gottes-Feier eingeladen, die von einem Diakon oder einem vom Erzbischof beauftragten Laien geleitet wird.
  • Wenn es in dieser Gemeinde gewünscht ist, in der Wort-Gottes-Feier auch die heilige Kommunion auszuteilen, geschieht dies in einer liturgischen Form, die die enge Beziehung der Kommunionausteilung zur vollen Eucharistiefeier zum Ausdruck bringt. Dadurch soll die sakramentale Einheit gestärkt werden.
  • Die Gemeinden und Dörfer erleben sich durch diese Praxis als Orte des Glaubens und erfahren die sonntäglichen Gottesdienste als Stärkung.
  • Es gibt eine diözesane Rahmenordnung, die Wort-Gottes-Feiern am Sonntag mit oder ohne Kommunionspendung ermöglicht.

Erfahrungen und Konzepte

  • Im Pastoralen Raum Warburg ist ein Modellprojekt angesiedelt, an dem 15 Kirchengemeinden, drei aktive Priester und drei Pensionäre beteiligt sind.
  • An jedem Wochenende gibt es verlässlich vier Messfeiern in den drei größeren Gemeinden und je eine Messfeier in drei der zwölf kleineren Gemeinden. In diesen zwölf Gemeinden wird somit einmal im Monat eine Sonntagsmesse gefeiert.
  • In sechs dieser Gemeinden findet zusätzlich einmal im Monat eine sonntägliche Wort-Gottes-Feier mit Kommunionausteilung statt. Das eucharistische Brot wird aus einer kurz zuvor gefeierten Messfeier einer Nachbargemeinde durch einen Kommunionhelfer / eine Kommunionhelferin in feierlicher Form in die Wort-Gottes-Feier gebracht.
  • Dadurch ergibt sich eine bewusst gestaltete "Zeit der Erwartung". Die Verbindung der Kommunionausteilung mit der sakramentalen Feier der Eucharistie wird erlebbar.
  • Das Modellprojekt ist durch eine Befragung aller Gottesdienst-Teilnehmenden an vier Wochenenden quantitativ ausgewertet worden. Darüber hinaus liegen ausführliche Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Gottesdienstteilnehmern und "Akteuren" (Priester, liturgische Dienste usw.) in Form von 73 Interviews vor.
  • Aus der Evaluation lassen sich die Voraussetzungen ablesen, die für die Umsetzung dieses Projekts wichtig sind. Ebenso liegen Erkenntnisse vor, wie Wort-Gottes-Feier und Eucharistie im Pastoralen Raum in enger liturgischer Beziehung zueinander am Sonntag gefeiert werden können und so die sakramentale Einheit gestärkt wird.
  • Es muss sich noch zeigen, ob es hierdurch zu einer Stärkung der Gemeinden und Dörfer kommt und wie diese als Orte des Glaubens erfahrbar werden.
  • Gute Früchte zeigen sich bei den Akteuren durch liturgische Bildung, Bibelarbeit, Glaubenszeugnis, Austausch, gemeinsame Vorbereitung, Vernetzung, aber auch für die Mitfeiernden, die andere deutlich als Zeugen des Glaubens erleben können.

Bezüge und Stolpersteine

  • Das Modellprojekt ist inspiriert durch und eng vernetzt mit dem Lernweg der lokalen Kirchenentwicklung (Philippinenreise 2013, Summerschool 2015-2017, Workshop "Kreative Liturgien").
  • Die Herausforderung besteht in der Gewinnung, Ausbildung und Begleitung von Ehrenamtlichen, die die Leitung von Wort-Gottes-Feiern und andere liturgische Dienste übernehmen (vor allem als Kommunionhelfer/-in, Lektor/-in, Kantor/-in, Organist/-in).
  • Besonders kommt es darauf an, den Weg als einen geistlichen Prozess zu gestalten, der zu einer vertieften Begegnung mit dem Wort Gottes und dem Sakrament der Eucharistie führt.
  • Die Frage, ob in einer Wort-Gottes-Feier auch die Kommunion ausgeteilt werden soll, stellt auch ganz neu die Frage nach dem Wesen des Eucharistie-Sakramentes, nach dem Zusammenhang der Kommunion mit dem Gesamt der Eucharistiefeier, nach der tieferen Bedeutung der einzelnen liturgischen Elemente und nach der Sinnhaftigkeit mancher Gepflogenheiten im Kontext der Eucharistiefeier.
  • Wort-Gottes-Feiern am Sonntag werfen außerdem die Frage der Verpflichtung zur sonntäglichen Teilnahme an einer Messfeier und des Gebots der Heiligung des Sabbats/Sonntags auf.

Ansprechpartner für das Thema

Aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat:

Stephan Lange
Tel. (0 52 51) 1 25 15 95
E-Mail: stephan.lange(ät)erzbistum-paderborn.de 

 

 

Aus dem Pastoralen Raum Pastoralverbund Warburg:

Dechant Gerhard Pieper
Gemeindereferentin Veronika Groß
Tel. (0 56 41) 7 44 33 30
E-Mail: pv-warburg(ät)erzbistum-paderborn.de

Dossier zum Thema "Wort-Gottes-Feiern"

Aus Anlass der Veröffentlichung des Diözesangesetzes zur Neuregelung von Wort-Gottes-Feiern wurde auf der Zukunftsbild-Seite ein eigenes Dossier zusammengestellt.

Dossier "Wort-Gottes-Feier"

Dr. Claudia Nieser, 27. November 2017

Diözesangesetz auf Grundlage der Erfahrungen im Pastoralen Raum Warburg

Die Erfahrungen im Pastoralen Raum Warburg liegen einem neuen Diözesangesetz zugrunde, das im  Kirchlichen Amtsblatt 11/2017 veröffentlicht wurde und zum 1. Advent 2017 in Kraft tritt. Durch dieses Gesetz erleichtert es das Erzbistum Paderborn allen Gemeinden, Wort-Gottes-Feiern am Sonntag einzuführen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es dann zudem möglich, in diesen Gottesdiensten die Kommunion auszuteilen. Neu ist auch, dass die Entscheidung über die Einführung künftig beim zuständigen Pfarrer liegen soll.

Kirchliches Amtsblatt 11/2017 zum Download

Dr. Claudia Nieser, 28.11.2017

Workshop beim Diözesanen Forum 2017

Das Thema wurde beim Diözesanen Forum im Rahmen eines Workshops zur Beratung gestellt. Der Workshop fand statt am Freitag, 29. September 2017, von 19.15 bis 20.45 Uhr in der Stadthalle Unna Raum 01.

Diese Präsentation wurde im Rahmen des Workshops gezeigt:

Präsentation

Mit diesem Plakat wurde das Thema auf dem Marktplatz des Forums präsentiert:

Plakat Marktplatz

Auswertung des Modellprojektes

Zu dem Modellprojekt „Wort-Gottes-Feiern am Sonntag mit Kommunionspendung“ im Pastoralen Raum Warburg wurde eine Befragung in Form von 73 Interviews durchgeführt. Die Auswertung dieser Befragung sowie deren Zusammenfassung stehen hier zum Download zur Verfügung:

Auswertungsergebnisse der Befragungen

Zusammenfassung der Auswertung

Stephan Lange, 1. August 2017

Informationen im Pastoralen Raum

Unter anderem mit einer Folge von Artikeln im Pfarrbrief wird im Pastoralen Raum Warburg seit Januar 2016 regelmäßig über das Teilprojekt informiert. Wir dokumentieren an dieser Stelle die Pfarrbrief-Artikel. In den beiden pdf-Dateien sind jeweils alle Artikel aus einem Jahr enthalten:

Pfarrbriefartikel zum Thema "Wortgottesfeiern" aus dem Jahr 2016

Pfarrbriefartikel zum Thema "Wortgottesfeiern" aus dem Jahr 2017

Stephan Lange, Pfarrer Gerhard Pieper, aktualisiert am 15. November 2017

Neues Modellprojekt zum Zukunftsbild beauftragt

Der Geistliche Rat des Erzbistums hat das Modellprojekt „Wort-Gottes-Feiern am Sonntag mit Kommunionspendung“ beauftragt. Mit dem Projekt soll erprobt werden, wie Wort-Gottes-Feier und Messfeier im Pastoralen Raum in enger liturgischer Beziehung zueinander am Sonntag gefeiert werden können. Dies soll vor allem dadurch zum Ausdruck kommen, dass die Eucharistie von einem beauftragten Kommunionhelfer von einem Ort, in dem eine Sonntagsmesse gefeiert wird, an einen anderen Ort, in dem eine Wort-Gottes-Feier stattfindet, übertragen und den dort versammelten Gläubigen gespendet wird.

Die Regelung soll dazu beitragen, dass die Dörfer und Gemeinden als Orte des Glaubens gestärkt werden. Zugleich soll eine würdige und spirituelle Sonntagsliturgie erhalten bleiben bzw. neu entstehen. Die von Diakonen oder beauftragten Laien geleiteten Wort-Gottes-Feiern sollen in einem lebendigen Bezug zur sakramentalen Tradition der Kirche stehen.

Im Bereich des Erzbistums Paderborn ist bisher festgelegt, dass in sonntäglichen Wort-Gottes-Feiern keine Kommunionspendung erfolgen soll. Diese Regelung soll im Hinblick auf das Diözesane Forum 2017 überprüft werden (vgl. Schritte zur Umsetzung. Anlage 1 zum Zukunftsbild, 45).

Eine diözesane Begleitgruppe wird das Vorgehen und die Auswertung des Modellprojektes begleiten.

Stephan Lange, 15. Februar 2016

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