Themenliste

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für ehrenamtliche Mitverantwortung in den Gemeinden?
Entscheiden

Gegenwartsbild

  • Ehrenamtliches Engagement in Deutschland ist bestimmten Entwicklungslinien unterworfen, die für künftige Planungen zu berücksichtigen sind (Stichwörter: Partizipation, Mitbestimmung, begrenztes Zeitbudget, Motivation, …).
  • Die Bindung an Kirche und damit auch Identifikation mit ihr wird unterschiedlich gelebt und gefüllt – damit verändern sich notwendigerweise Sozialformen von Kirche.
  • Die (Gesamt-)Pfarrgemeinderäte sehen sich angesichts der Pastoralen Räume vor eine Umbruchsituation gestellt: Schwierigkeiten bei der Kandidatensuche und bisherige Entwicklungen (u.a. in der Pastoral) werfen die dringende Frage nach der Zukunft gremialer Mitverantwortung auf.
  • Die Zahl der hauptberuflichen Mitarbeiter (Priester und Gemeindereferenten) wird in den kommenden Jahren rapide abnehmen. Damit ändern sich die beruflichen Rollen.
  • Es stellt sich die Frage, wie Kirche in Zukunft dort präsent und erfahrbar sein kann, wo die Menschen leben. Wer wird dann kirchliches Leben organisieren, Impulse geben und im Namen von Kirche verantwortlich handeln? Wer wird bereit sein, „Gesicht von Kirche“ zu sein?

Zielbild

  • Christen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die Rahmenbedingungen dafür sich verlässlich gestaltet.
  • Dies geschieht charismenorientiert: Aufgaben werden nicht vorgegeben, sondern entwickelt.
  • Kirche ist nicht für sich selber da, sondern für die Menschen. Im Blick ist deshalb der Sozialraum, nicht allein der binnenkirchliche Raum.
  • Partizipation ist weiter gedacht und organisiert als bisher, also auch über die Gremien hinaus.
  • Selbstorganisation wird gefördert, verbunden mit dem spezifischen Selbstverständnis von Kirche.

Erfahrungen und Konzepte

  • Zu den Schlüsselthemen Partizipation, Verantwortung und Selbstorganisation braucht es die Umsetzung in Modellprojekten, die in einem Prozess entwickelt werden und Erfahrungen generieren. Dabei ist darauf zu achten, dass die Entwicklung nicht allein auf Strukturfragen zielt, sondern die gesamte Dimension von Kirchesein umfasst.
  • Dabei sind die Rollen der verschiedenen Akteure auszubalancieren (Pfarrer, Pastoralteam, Ehrenamtliche). Dabei spielt auch die Frage nach Legitimation und Beauftragung eine Rolle.
  • Bisherige Konzepte müssen also auf den Prüfstand gestellt werden und weiterentwickelt werden. Das Wort der deutschen Bischöfe „Gemeinsam Kirche sein“ bietet dazu Impulse und zeigt, dass der Lernprozess bistumsübergreifend ist.
  • In Zukunft wird es wichtig sein, der Unterschiedlichkeit der pastoralen Räume Rechnung zu tragen. Es zeichnet sich ab, dass ein schematisches Modell in Zukunft immer weniger für alle passend sein wird.
  • Bisherige Erfahrungen machen einerseits Mut, zeigen aber auch, dass Geduld nötig sein wird.

Bezüge und Stolpersteine

  • Ehrenamtsförderung
  • Einführung Verwaltungsleiter in den Pastoralen Räumen
  • Referat Pastorale Planung, Beratungsdienste
  • ZA1.7: Rechtsamt und damit die Kirchenvorstände
  • ZA1.5: Pastorales Personal incl. Aus-und Fortbildung
  • Diözesane Gremien (Diözesanrat, Diözesanpastoralrat, Priesterrat)
  • Bildung / Fortbildung in allen relevanten Bereichen

Das Thema lässt sich nicht isoliert bearbeiten, sondern nur (haupt-)abteilungsübergreifend.

Ansprechpartner für das Thema

Matthias Kolk
Tel. (0 52 51) 1 25 13 36
E-Mail:matthias.kolk(ät)erzbistum-paderborn.de

Kurzbericht zum Diözesanen Forum

Ergebnisse

Was konkret ist passiert?

  • Vorstellung der bisherigen Ereignisse und einer Diskussionsanregung zum Thema 
  • wenige Gespräche am Freitag; am Samstagmittag waren es mehr. 
  • Gemessen an der Gesamtzahl der Teilnehmer des Forums sind die Kontakte wenige gewesen. 
  • Die Themen Gemeindeentwicklung und Partizipation tauchten an mehreren Stellen im Diözesanen Forum auf, vor allem aber an anderen Infoständen.
  • Ankündigung der Zusammenführung von KV und PGR (siehe dazu auch DER DOM) hat Reaktionen hervorgerufen.

Warum ist es passiert?

  • Der Standort lag etwas abseits und war z.B. am Freitagabend kaum ausgeleuchtet (Treppenhaus).
  • Insgesamt wurden viele Informationen präsentiert; in dieser Fülle hat das Thema eher wenig Aufmerksamkeit erhalten.

Was waren die Folgen, und wie bewerten Sie sie?

  • Das Modellprojekt ist derzeit in der konkreten Startphase – für den jetzigen Zeitpunkt war die Rolle auf dem Diözesanen Forum angemessen.

Material und weiterführende Informationen

  • werden in Kürze erstellt

Erkenntnisse

Was lässt sich aus den Ergebnissen lernen?

  • Das Thema braucht andere Formen von Transparenz und Öffentlichkeit. Im Sinne von Partizipation müssen diejenigen zu Wort kommen können, die es letztlich betrifft. 
  • Benötigt wird eine stärkere Vernetzung zu Thementrägern, zu deren Bereichen es starke Schnittmengen gibt.
  • Das betrifft insbesondere die Überarbeitung des VVG.

Welche Empfehlungen lassen sich daraus ableiten?

  • Absprache eines Projektplans unter Berücksichtigung des Diözesanen Forums 2020

Was ist der Nutzen dieser Empfehlungen?

  • Klärung, in welchem Umfang und in welcher Art Partizipation ermöglicht wird

Start des Modellprojektes

Mit einem Schreiben an alle Pfarreien ist das Modellprojekt "Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung" gestartet. Ab sofort können sich interessierte Teams, die am Modellprojekt mitwirken und neue Formen der ehrenamtlichen Mitverantwortung ausprobieren wollen, bei der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat bewerben. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 10. Februar 2017. Außerdem finden Ende November 2016 zwei Informationsabende statt.

Weitere Informationen gibt zum Start des Modellprojektes gibt es hier.

Dr. Claudia Nieser, 18. November 2016

Erste Aufträge der Projektgruppe

Eine Projektgruppe hat sich bei einem ersten Treffen am 26. September 2015 in Arnsberg konstituiert. Als Ziele wurden vereinbart:

  • Das Impulspapier zur Förderung von Formen der ehrenamtlichen Mitverantwortung soll nicht nur eine Methodensammlung sein, sondern besonders die Prozesshaftigkeit darstellen.
  • Bis 2017 sollen konkrete Vorschläge erarbeitet werden zur Weiterentwicklung der Gremien der Mitverantwortung und zur Entwicklung von ergänzenden Formen der (Mit-)Verantwortung

Als Vorbereitung auf ein nächstes Treffen der Projektgruppe wird eine Abfrage in den Dekanaten nach Formen von Partizipation ausgewertet sowie eine Auswertung von Modellprojekten in anderen Bistümern erstellt.

Matthias Kolk, 29. September 2015

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