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30. März 2017

Unterwegs am Dortmunder Phönixsee

Marcel Klinger/pixelio.de

Ausgestattet mit der Bibel, einem Tagesticket für Bus und Bahn, Stift, Papier und etwas Wegzehrung machten sich am Mittwoch mehrere Gruppen hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Kirche im Dekanat Dortmund auf den Weg. Ihre Ziele waren acht verschiedene Orte in der Stadt. Ich war mit einer bunt zusammengewürfelten 5er-Gruppe zum Phönixsee unterwegs.

Ausgestattet mit der Bibel, einem Tagesticket für Bus und Bahn, Stift, Papier und etwas Wegzehrung machten sich am Mittwoch mehrere Gruppen hauptamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Kirche im Dekanat Dortmund auf den Weg. Ihre Ziele waren acht verschiedene Orte in der Stadt.

Ich war mit einer bunt zusammengewürfelten 5er-Gruppe zum Phönixsee unterwegs, weit weg von allen Seminarräumen und grauer Theorie. Wir hatten die Aufgabe, hinzuschauen, ein Empfinden für diesen Ort zu bekommen, Menschen zu sprechen und Erkenntnisse darüber gewinnen, was Seelsorge, von diesem Ort aus gedacht, bedeuten könnte. Und zur Klarstellung: Wir sind nicht mit der Bibel in der Hand auf die Menschen zugestürmt.

Ausgesandt mit dem Reisesegen hatte der Phönixsee an diesem schönen Vorfrühlingstag auch auf uns eine entschleunigende Wirkung. Plötzlich hatten wir Zeit, um einen einzigen Ort intensiv wirken zu lassen, einfach unterwegs zu sein und uns auf die Menschen, die uns begegneten, einzulassen. Jemanden anzusprechen - das ging hier sehr gut, denn die meisten genossen so wie wir die Frühlingsluft. Gespräche kamen wie von selbst. Wir hatten mit mehr Vorbehalten gerechnet, wenn wir uns als Menschen der Kirche vorstellten. Aber die Leute freuten sich über die Gespräche.

"Wo spricht man heute schon noch so intensiv miteinander", bedankte sich eine Frau für das Gespräch bei einem Stück Weg um den See. Dabei hatten wir eigentlich nur zugehört. Ein junges Paar mit Baby im Tragetuch erzählte, wie intensiv sich das Leben verändert hat seit der Geburt des Kindes. "Ich erlebe das Leben jetzt tiefer, seit das Kind da ist", so der junge Mann, und die junge Frau meinte mit Blick auf ihr noch schlafendes Kind: "Man muss in Bewegung bleiben, dann geht es uns gut". Vielleicht eine Aussage, die für uns als Kirche genauso gelten könnte.

Spannend war es, die Erfahrungen aus den verschiedenen Gruppen wieder zusammenzutragen. Jeder Ort erforderte ein anderes Vorgehen, eine andere Ansprache. Wichtig erschien es allen Gruppen, an Orten außerhalb der Kirche einfach da zu sein. "Da sein" alleine sei allerdings zu wenig. Welche Grundlagen nehmen wir mit an diese Orte, um Kirche in Dortmund zu sein? Eine Ahnung davon haben wir an diesem Tag gewonnen, auch ein Gespür dafür, wie Seelsorge an unserem Ort aussehen könnte, z.B. als Ankerplatz, als freundliche Ausruh-Bank oder als Weg-Begleiter am See.

Natürlich gab es auch skeptische Stimmen bei den Teilnehmer/innen: "Keine Zeit dafür", "Wir haben so viele Aufgaben"! Nicht jeder fühlt sich wohl dabei, so unterwegs zu sein. Aber andere dazu zu inspirieren und ermutigen - so viel Zeit muss sein!

Als Leitwort hatten wir in unserer Gruppe einen Satz aus der Emmaus Geschichte gewählt, weil sie uns passend erschien für das, was wir erlebt haben. "Als sie so miteinander sprachen und alles hin und her überlegten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen". Es war für mich ein echtes Geschenk, unterwegs zu sein und auf diese Weise mit Menschen ins Gespräch kommen zu können, mich dabei innerlich gut geleitet und begleitet zu fühlen.

Ausgesendet zu werden, gemeinsam unterwegs zu sein aufmerksam für unsere Welt und die Menschen, hat ein tiefes Empfinden von Freude, Leben und Zuversicht bei mir und bei vielen Teilnehmern ausgelöst und uns eine Ahnung davon vermittelt, wie man im Geiste des Evangeliums und unseres Glaubens unterwegs sein kann.

Die Autorin Brigitte Duve ist Leiterin des Fachdienstes Gemeindecaritas im Caritasverband Dortmund e.V. und Caritas-Koordinatorin im Dekanat Dortmund.

Brigitte Duve

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