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13. März 2017

Damals und heute…

Verliert die Kirche angesichts der vielen Umbaumaßnahmen ihre Identität? Und warum wird nichts unternommen, um die Überarbeitung des seelsorgerlichen Personals zu stoppen?

Ein Kollege hat mir heute ein Buch mit vergilbten Seiten auf den Tisch gelegt - Es ist gewissermaßen der Großvater unseres Zukunftsbildes:

"Allzu leicht verlieren wir uns in die Überfülle unserer Pflichten und Aufgaben. Wir spüren gar bald, daß wir trotz allem Seelsorgseifer nicht voran kommen, sondern müde und matt von einer Arbeit in die andere taumeln, weil wir die Rangordnung des Notwendigen, des Nützlichen, des Angenehmen, des Nebensächlichen nicht mehr erkennen. Gerade die Fülle der Priesterarbeit heute und die geringe Zahl der Priester zwingt uns zur Konzentration."

Diese Ermahnung zur Konzentration auf das Wesentliche - vor dem Hintergrund des ewigen Priestermangels - stammt von Lorenz Kardinal Jäger und hat die Paderborner Diözesansynode im Jahr 1948 abgeschlossen. Er fährt fort:

"Es kommt darauf an, daß wir beachten, was ich in der Eröffnungsansprache schon hervorgehoben habe: Wir sind nur dafür da, den mystischen Leib Christi aufzuerbauen, und zwar als den einen, heiligen, katholischen und apostolischen."

Das Wesentliche, auf das wir uns konzentrieren sollen, wird auf eine überraschend vertraute Weise an den vier Kennzeichen der Kirche aus dem Glaubensbekenntnis erklärt:

1. Mit kirchlicher Einheit unvereinbar sei "Überspannung der Einheit zur Einerleiheit, die Nachahmung totalitärer Organisations- und Führungsmethoden, die Verneinung der gottgewollten Individualität".

2. Mit Heiligkeit verbindet der Kardinal die konsequente Ausrichtung des Lebens auf Christus.

3. Echte Katholizität sei "nichts Gottgewolltes ausschließend, auch nicht die Sünder, die Abseitsstehenden, die uns feindlich Gesinnten".

4. Breiten Raum nimmt die Apostolizität ein, also das, was hier heute als missionarisches Kirchesein bezeichnen würden, und Jäger stellt fest: "Wo immer [der christliche apostolische Tateinsatz] aufgezeigt wird, und zwar in der rechten Weise unter Vorantritt des Priesters, da finden sich auch bereite Apostel aus dem Laienstande."

Priorisierung und Evangelisierung, Pluralität und Führungsstil, Vorbildfunktion der Hauptamtlichen und Raum für das Engagement von Laien, die Öffnung für Menschen, die nicht dem Idealbild des Katholiken entsprechen, damit auch sie einen Zugang zu Christus finden können - das alles sind Themen, mit denen sich Paderborner Seelsorger also nicht erst seit dem Erscheinen des Zukunftsbildes von 2014 herumschlagen müssen. Sicher, die Sprache im "Zukunftsbild" von 1948 klang etwas anders - aber haben sich die Ziele und Probleme wirklich so grundlegend geändert?

Hat die Kirche also nichts dazu gelernt? Oder kann es sein, dass die Herausforderung darin besteht, dass die Ideale des Kircheseins zwar gleich bleiben (das "Wesentliche"), die konkrete Lebensform (Konzentration) aber mühsam unter den wechselnden Bedingungen der Zeit gefunden werden muss?

Dr. Andreas Koritensky

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