Detail - Zukunftsblick

Ein Angebot, das Zeit schenkt

01. Dezember 2017

Ab sofort ist der ruhe.pol in Winterberg im Einsatz. Tourismus-Seelsorger Jörg Willerscheidt und Dekanatsreferent Frank Manegold nahmen vor dem umgestalteten Lieferwagen Platz.

Pfarrer Norbert Lipinski, Leiter des Pastoralverbundes Winterberg, segnete das Fahrzeug.

Zur Segnung des ruhe.pols waren Gäste aus Kirche, Kommune und Toursimus gekommen.

Das Team des Pastoralverbundes Winterberg und weitere Beteiligte vor dem neuen Angebot.

Die Gäste, die zur Segnung gekommen waren, betrachteten das umgestaltete Innere des Lieferwagens neugierig.

Innenarchitektin Barbara Manegold gestaltete das Innere des ruhe.pols in beruhigendem Weiß.

Pfarrer Norbert Lipinski nahm als einer der ersten eine Auszeit im ruhe.pol.

Für Touristen und Beschäftigte in der Tourismus-Branche in Winterberg gibt es ein neues Angebot: ein umgebauter Lieferwagen, der eine Auszeit oder spirituelle Erfahrung ermöglichen möchte.

In Winterberg, einem der zehn bedeutendsten Wintersportorte in Deutschland, beginnt in diesen Tagen die Saison. Selbst wenn zum ersten Advent die Pisten und Loipen mangels Schnee noch nicht einsatzbereit sein sollten, locken immerhin Advents- und Wintermärkte Touristen aus dem Ruhrgebiet, den Niederlanden und anderswo. Neben Glühwein und Punsch wartet dann auch ein neues Angebot des Pastoralverbundes Winterberg auf sie: der ruhe.pol, ein umgebauter weißer Lieferwagen, der Touristen und Beschäftigten in der Tourismus-Branche eine Auszeit oder spirituelle Erfahrung ermöglichen möchte. Am 25. November wurde er von Pfarrer Norbert Lipinski, dem Leiter des Pastoralverbundes, feierlich geweiht, auf den Advents- und Wintermärkten in und um Winterberg hat er nun seine ersten Einsätze.

Mit zuletzt 1,4 Millionen Übernachtungen im Jahr 2016 hat der Tourismus eine herausragende und ständig wachsende Bedeutung in Winterberg. Ein Beispiel zum Vergleich: Die Gemeinde bewegt sich damit auf einem ähnlichen Niveau wie das viel berühmtere Garmisch-Partenkirchen, das im gleichen Jahr auf über 1,5 Millionen Übernachtungen kam. Keine Frage also, dass die Verantwortlichen im Pastoralverbund diesen Faktor bei ihren Planungen für die Seelsorge der Zukunft berücksichtigen mussten. „Unsere Welt ist mobil geworden, Menschen sind aktiv und in ständiger Bewegung“, so Pfarrer Lipinski anlässlich der Eröffnung. „Darauf reagieren wir mit unserem Projekt.“ Die erstmals in der Pastoralvereinbarung formulierte Idee eines „mobilen Kirchencafés“ wurde nach und nach zum ruhe.pol oder zur „kleinsten Klosterkemenate der Welt“, wie auf dem Fahrzeug zu lesen ist.

Mit Gemeindereferent Jörg Willerscheidt gibt es zudem einen Tourismus-Seelsorger, bei dem die Fäden des Projekts zusammenlaufen. „Urlaub ist die Zeit im Jahr, in der Menschen offen für spirituelle Erfahrungen sind“, sagte er. „Dieser Offenheit wollen wir begegnen, indem wir mit einem Angebot immer dort sind, wo Menschen sind, ein Angebot, das Zeit schenkt und keine kostet.“ Von Frank Manegold, Dekanatsreferent im Dekanat Hochsauerland-Ost erhielt er für diese vor ihm liegende Aufgabe ein Wörterbuch „Niederländisch-Deutsch“.

Als „mobile Klosterzelle“ bietet der ruhe.pol fünfminütige Auszeiten an. Ruhesuchende können in einem wie ein Kopf geformten Sessel und damit „im eigenen Kopf“ Platz nehmen. Sie können Kopfhörer aufsetzen und verschiedene Musikstücke oder Naturgeräusche auswählen. Über iPads sind außerdem spirituelle und meditative Impulse abrufbar. Innenarchitektin Barbara Manegold hat das Innere des ruhe.pols ganz in weiß gestaltet, was Ruhe ausströmt und einen Kontrapunkt zur Reizüberflutung setzt, der Menschen heute vielfach ausgesetzt sind – „Action Detox“ heißt das in der Projektbeschreibung.

Seine ersten Einsätze hat der ruhe.pol nun am ersten Adventswochenende beim Weihnachtsmarkt in Niedersfeld, am zweiten Adventssonntag in der Innenstadt von Winterberg und vom 17.12. bis 8.1. an allen Wochenenden auf dem Winterberger Wintermarkt. Unterstützt wird Jörg Willerscheidt von Ehrenamtlichen, die sich im Pastoralverbund zum Thema „Evangelisierung“ zusammengefunden haben.

Natürlich wird der „ruhe.pol“ nicht nur im Winter, sondern auch während der Wandersaison zum Einsatz kommen. Geplant ist, das Angebot dann um Fußbäder sowie kleine Erfrischungen wie Obst und Wasser zu erweitern oder an exponierten Orten wie Berggipfeln zur „mobilen Beichte“ einzuladen. Dabei sein wird der „ruhe.pol“ bei kommenden Großveranstaltungen wie den Weltmeisterschaften im Rennrodeln 2019 oder dem Deutschen Wandertag 2019.

Froh über das Angebot sind auch der Winterberger Bürgermeister Werner Eickler sowie Tourismusdirektor Michael Beckmann, die beide bei der Einweihung des ruhe.pols dabei waren. Beide betonten die gute Zusammenarbeit zwischen Kommune, Tourismus und Kirche. Es sei toll, dass die Kirche solche Experimente wage und neue Wege einschlage. Der ruhe.pol wird vom Erzbistum Paderborn als „Neues Projekt zur Umsetzung des Zukunftsbildes“ finanziell gefördert.


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