Detail - Zukunftsblick

Viele persönliche Erfahrungen bei Story Teller-Aktion

03. August 2017

"Erzählen Sie uns Ihre ganz persönliche Geschichte oder Erfahrung zum Thema Freundschaft", waren die Teilnehmer bei der Aktion "Story Teller" aufgefordert, ihre Freundschaftserlebnisse zu erzählen. Mit der Aktion griffen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erzbistums Paderborn auf der Libori-Festmeile genau das Leitwort des Libori-Festes 2017 auf: "Freundschaft ist heilig - L'amitié est sacrée". Ein Leitwort, das bei Besuchern, Gästen und Einheimischen gut ankam.

"Erzählen Sie uns Ihre ganz persönliche Geschichte oder Erfahrung zum Thema Freundschaft", waren die Teilnehmer bei der Aktion "Story Teller" aufgefordert, ihre Freundschaftserlebnisse zu erzählen. Mit der Aktion griffen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erzbistums Paderborn auf der Libori-Festmeile genau das Leitwort des Libori-Festes 2017 auf: "Freundschaft ist heilig - L'amitié est sacrée". Ein Leitwort, das bei Besuchern, Gästen und Einheimischen gut ankam.

Ein Fest der Freundschaft war das Libori-Fest allemal. Der oft zitierte "Liebesbund ewiger Bruderschaft" zwischen dem französischen Bistum Le Mans und dem Erzbistum Paderborn ist eine solche Freundschaft, die auch stürmische Zeiten überstand. Mit der Überführung der Reliquien des heiligen Liborius aus dessen Heimatdiözese nach Paderborn wurde das Fundament vor über 1180 Jahren gelegt.

Die Aktion "Story Teller" fand an drei verschiedenen Tagen während des Libori-Festes im Markt 5-Café, dem Garten des Konrad-Martin-Hauses und in der "Almhütte" auf dem Liboriberg statt. Wer sich als "Story-Teller" mit einem eigenen Erzählbeitrag beteiligte, erhielt zur Belohnung einen Story-Teller - einen Essensgutschein.

Die deutsch-französische Freundschaft wurde im Markt 5-Café nochmals vertieft. Als Impulsgeber verstanden es Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Père Hervé Marie Cotten, Priester aus dem Bistum Le Mans in Frankreich, die Zuhörer gebannt einzubeziehen und auch zu motivieren, selbst zu berichten. Vor über 30 Jahren, so erzählte Père Hervé Marie Cotten, habe seine Freundschaft mit Studierenden aus Würzburg begonnen. "Die Freundschaft ist bis heute geblieben. Ich freue mich sehr über die Offenheit der Freundschaft, die auch bei anderen Studierenden beider Nationen Vorurteile beseitigt und Barrieren geöffnet hat."

Mit einer klassischen Lausbuben-Geschichte begann vor fünf Jahrzehnten eine unzertrennliche Freundschaft für Weihbischof Dominicus: "Und das war eigentlich alles andere als heilig." In jungen Jahren war er mit seinem Freund Franz unterwegs. Beim Spiel zerbrach eine Gips-Figur. Trotz der Versuche, die "Missetat" zu vertuschen, fiel das Unglück am nächsten Tag auf. "Franz nahm damals die Schuld auf sich und sagte der Oma, das habe er gemacht." Eine tiefe Freundschaft verbindet Weihbischof Dominicus noch heute mit Franz. "Weiß Du noch, damals?", beginnen oft ihre Treffen, die von inniger Freundschaft geprägt sind und in der Erinnerung spürbar sind.

Die Zuhörer im Café 5 schlossen sich mit ihren eigenen Erlebnissen an und erinnerten meist an Begegnungen, aus denen dann echte Freundschaften entstanden sind. Eine Freundschaft müsse von Herz zu Herz sprechen. Mit Freundinnen und Freunden geht man gern einen gemeinsamen Weg. Man sagt sich offen und ehrlich die Meinung, ohne zu verletzten. Ein gemeinsames Ziel steht am Ende des Weges. Die Freundschaft bewährt sich bei Hindernissen, die natürlich oder unnatürlich den Weg dahin versperren oder anstrengend machen.

Über Freundschaften aus Paraguay berichtete Bischof Heinz-Wilhelm Steckling OMI, der über viele Jahre mittlerweile in Südamerika lebt, obwohl er ostwestfälische Wurzeln hat. Gerade die freundschaftliche Verbundenheit auf den Dörfern käme dort besonders zur Geltung, wenn Menschen krank werden oder Hilfe benötigen. "Hier ist man sehr auf Freundschaft bedacht."

Gemeinsam mit Bischof Steckling war im Garten des Konrad-Martin-Hauses Domkapitular Prälat Thomas Dornseifer zu Gast. "Auch wenn man sich bei einer guten Freundschaft erst nach ein paar Jahren mal wieder sieht, ist es, als habe man sich noch gestern getroffen", so Dornseifer, der seinen Freundschaften einen hohen Stellenwert einräumt, auch wenn der Terminkalender dies oft eingrenzt.

Zu den weiteren Gästen am Nachmittag zählten an gleicher Stelle auch Weihbischof Matthias König und Pfarrer Thomas Stolz (Pastoralverbund Paderborn-NOW). Selbst Freundschaften in die weite Welt ließen sich pflegen, so Weihbischof König, der an seinen langjährigen Kontakt zu einem Priester in Afrika erinnerte: "Kontakt wurde damals noch über Luftpostbriefe gehalten, die mit unendlich viel Porto frankiert in die Ferne gesendet wurden. Eine Antwort gab es erst nach Wochen. In Zeiten von WhatsApp ist das undenkbar."

Pfarrer Thomas Stolz unterhält seit Studentenzeiten eine Freundschaft mit einem Pfarrer aus Geseke. Mit ihm sei er schon von Portugal nach Santiago de Compostela gewandert. Sie verstünden sich auch ganz ohne Worte, ein Blick oder ein zustimmenden Nicken würden ausreichen.

"Es gibt einen Freund, mit dem ich alles austausche", machte Bürgermeister Michael Dreier auch ein sehr persönliches Bekenntnis zur Freundschaft im Ambiente der "Almhütte". Gerade in seinem Beruf sei es wichtig, einen guten Freund zu haben, der dies ermögliche. Da sei ihm "Freundschaft auch heilig". Vertrauen sei die Basis für eine Freundschaft: "Wenn Freunde sich nicht vertrauen können, sind sie keine Freunde." Zudem gebe ihm der Glauben viel: "Der Glauben ist das Fundament für meine Arbeit und stärkt mich für mein Tun."

Den Begriff "Freund" verwende er nur sehr sparsam. Wirkliche Freunde seien nur wenige, aber sie seien ihm besonders wichtig, betonte Domkapitular Dechant Benedikt Fischer. "Was braucht es, um zu sagen, wann ist es ein guter Freund? Es ist eine Frage der Schnittmenge, die oft unterschiedlich ist. Bei meinen Freunden ist alles dabei, von vielen Übereinstimmungen bis Differenzen. Aber das macht Freundschaften aus."


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