Detail - Zukunftsblick

Erzbistum Paderborn startet Dialoginitiative

18. Juli 2016

Über die Entwicklung von Immobilien in den Pastoralen Räumen startet das Erzbistum Paderborn eine Dialoginitiative. Über das Diskussionspapier ist eine breite Beteiligung gewünscht.

In Anlage 1 zum Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn steht der Satz: „Es ist erkennbar, dass dauerhaft nicht alle heute vorhandenen Immobilien zu halten sind und Umnutzungen bestehender Immobilien notwendig werden.“ Was diese Aussage konkret für die Pastoralen Räume mit ihren rund 3.000 Immobilien bedeutet, soll im Erzbistum Paderborn ein Jahr lang bis zum Diözesanen Forum im September 2017 beraten werden. Als Grundlage dafür dient ein Diskussionspapier mit dem Titel „Die Aufgabe von Gebäuden“, das jetzt veröffentlicht wurde. Erstellt wurde es in verschiedenen Arbeitsgruppen, in denen Vertreter aus Erzbischöflichem Generalvikariat, Vertreter aus Kirchengemeinden sowie externe Fachleute zusammengearbeitet haben. 

„Die doppelte Bedeutung des Titels ‚Die Aufgabe von Gebäuden‘ zeigt gut die grundsätzlichen Fragestellungen des Diskussionspapiers“, so Generalvikar Alfons Hardt. „Wir möchten die Menschen in den Pastoralen Räumen dazu anregen, sich die ehrliche Frage zu stellen, welche Aufgabe die einzelnen Immobilien vor Ort eigentlich erfüllen sollen. Pastorale Räume sind ja kein loser Zusammenschluss von unabhängigen Pfarreien, die alle ein eigenes Zentrum mit Kirche, Pfarrhaus, Pfarrheim haben müssen, vielmehr eine Einheit, die sich auf bestimmte Schwerpunkte verständigt hat, also gemeinsame Ziele für eine gute Zukunft der Kirche vor Ort verfolgt. Wenn unter diesen Bedingungen über den Immobilienbestand nachgedacht wird, kann die Erkenntnis reifen, dass manch ein Gebäude keine zwingende Aufgabe mehr erfüllt und daher aufgegeben werden kann.“

Der jetzt zur Beratung vorgelegte Leitfaden „Die Aufgabe von Gebäude“ sammelt nun, was den Verantwortlichen in den Pastoralen Räumen bei diesen schwierigen Überlegungen helfen kann. Dazu schlägt er vier Standards vor, denen der Immobilienbestand in einem Pastoralen Raum entsprechen muss. Ein weiteres Kapitel beschreibt einen mehrstufigen Entscheidungsweg zur Entwicklung eines Immobilienkonzeptes, das über die künftige Nutzung der Gebäude bzw. ihre Aufgabe Auskunft gibt. Dass gerade bei der Frage nach Aufgabe und Entwicklung von Gebäuden ganz unterschiedliche Perspektiven verständigt werden müssen, dazu gibt ein weiteres Kapitel Anregungen.

In den kommenden Monaten beraten nun die bischöflichen Gremien Dechantenkonferenz, Diözesanpastoralrat und Priesterrat über das Papier. Gleichzeitig sind Pastorale Räume eingeladen, das vorgeschlagene Konzept auszuprobieren und positive sowie negative Erfahrungen an das Erzbistum zurückzumelden. Abschluss der Anhörung und Beratung ist das Diözesane Forum zum Zukunftsbild am 29./30. September 2017 in Unna. Zum Jahr 2018 soll dann das Verfahren für die Immobilienentscheidung vor Ort mit den diözesanen Standards verbindlich in Kraft gesetzt werden. Damit ist die Entwicklung eines Immobilienkonzeptes eine verpflichtende Aufgabe für jeden Pastoralen Raum.

„Uns ist klar, dass in vielen Pastoralen Räumen die Entscheidungen zur Zukunft von Immobilien schwierig, ja schmerzhaft sein werden“, so Generalvikar Hardt. „Wir wollen dieses Thema gemeinsam mit den Pastoralen Räumen jetzt angehen, weil noch nicht äußere Zwänge das Handeln diktieren. Jetzt sind wir noch in der Lage, die Immobiliensituation vor Ort so zu gestalten, dass sie die seelsorglichen Ziele, die im Pastoralen Raum vereinbart werden, unterstützt. Wir werden von Seiten des Erzbistums Fachpersonal zur Verfügung stellen, die die Pastoralen Räume auf diesem Weg begleiten. Letztlich soll das Immobilienkonzept auch gewährleisten, dass ein Pastoraler Raum seinen Gebäudebestand langfristig halten kann, dass er auf Dauer also keine finanzielle Belastung darstellt. Dass diese Gestaltung mit einer Reduzierung des Immobilienbestandes einhergeht, halten wir für unausweichlich.“

Der Generalvikar betonte auch, dass die Entwicklung des Immobilienbestandes im Erzbistum Paderborn eine Gemeinschaftsaufgabe aller Betroffenen sei und nicht autoritativ von einzelnen entschieden werden könne. „Gebäude sind nicht selten für Generationen gebaut, von ihnen geht für Menschen eine hohe Identifikation aus“, sagte er. „In Kirchen zum Beispiel ist man getauft oder gefirmt worden, man hat dort geheiratet, man hat sich dort von verstorbenen Angehörigen verabschiedet. Gerade deshalb braucht es einen versöhnenden Weg, der sowohl Emotionen Raum gibt als auch sachliche Argumente verstehbar macht.“

Leitfaden "Die Aufgabe von Gebäuden" zum Download

Weitere Informationen und Hilfen im Dossier "Immobilien in den Pastoralen Räumen"


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