Detail - Zukunftsblick

Die Pastoralen Räume und die Rolle ihrer Leiter

17. April 2015

Der Leiterkurs des Jahres 2015

Bereits sechs Mal fanden im Erzbistum Paderborn inzwischen die so genannten "Leiterkurse" für jene Priester statt, die die Pastoralen Räume leiten. 2015 geschah dies erstmals vor dem Hintergrund des Zukunftsbildes.

In vielen Pastoralen Räumen sind die Haupt- und Ehrenamtliche gegenwärtig dabei, ein Zukunftskonzept für ihre Kirche vor Ort zu entwickeln. Eine wichtige Rolle kommt dabei jenen Priestern zu, die die Pastoralen Räume leiten. Um sie bei dieser Aufgabe zu unterstützen, gibt es seit 2010 den so genannten Leiterkurs, der eine Woche dauert und von Mitarbeitern des Erzbistums gestaltet wird. Mitte März fand der Kurs bereits zum sechsten Mal statt. Teilnehmer sind stets die Leiter jener Pastoralen Räume, in denen im betreffenden Jahr die Planungen für die Zukunft beginnen. Die Kurse sind zugleich ein Startsignal für die beteiligten Kirchengemeinden, die künftig die Pastoralen Räume bilden werden.

2015 fand der Leiterkurs erstmals vor dem Hintergrund des Zukunftsbildes statt, das im Herbst 2014 in Kraft gesetzt wurde. Auf der Tagesordnung stand daher auch die Frage, welche Rollen und Aufgaben sich für die Leiter der Pastoralen Räume aus dem Zukunftsbild ergeben, z.B. wenn es darum geht, die Haltungen von Vertrauen und Verantwortung in ein gutes Verhältnis zu bringen. Außerdem wurden verschiedene Aspekte und Modelle der Leitung erschlossen. Hierzu gehörten auch die Dimensionen einer geistlich orientierten Leitung, die dem Wirken Gottes Raum gibt: der Leiter, der dazu inspiriert, Visionen und Bilder für die Zukunft zu finden; der Leiter, der so agiert, dass sich die Kirche den Herausforderungen der Gegenwart stellt; der Leiter, der im Pastoralen Raum beziehungsfördernd führt und gemeinschaftsstiftend wirkt.

"In den Kursen gehen wir davon aus, dass mit dem Pastoralen Raum wirklich etwas Neues beginnt für die Kirche vor Ort", so Ludger Drebber aus der Hauptabteilung Pastorale Dienste, der alle sechs Leiterkurse begleitet hat. "Es greift zu kurz, bisherige Methoden und Aktivitäten an das größere Territorium anzupassen. Stattdessen geht es darum, grundlegend neu danach zu fragen, welche Fragen und Lebensthemen die Menschen beschäftigen. Und wie Kirche vor Ort sich verändern muss, damit sie nah an diesen Fragen und Lebensthemen dran ist und kompetent 'zu Diensten' sein kann."

Ein solcher Veränderungsprozess verlange von allen Haupt- und Ehrenamtlichen Bereitschaft zum Innehalten und Wahrnehmen, zum Umdenken und Umkehren, zum Loslassen von gewohnten Mustern und zum Vertrauen auf neue Möglichkeiten für Glaube und Kirche, so Drebber. Es gehöre auch dazu, Zukunftsbilder für den Pastoralen Raum zu gewinnen, erste Experimente zu wagen sowie Zielperspektiven zu entwickeln. Auch mit Widerstand und Verweigerung sei auf dem Weg zum Pastoralen Raum zu rechnen. "Es handelt sich immer um einen anspruchsvollen Prozess, der von einem Leiter und seinem Team in verlässlicher Weise begleitet und organisiert werden muss, damit die Zukunftsvisionen Wirklichkeit werden können."

Der einwöchige Leiterkurs ist nicht die einzige Zusammenkunft der Priester, die sich im selben Jahr zusammen mit ihren Mitarbeitern auf den Weg zum Pastoralen Raum machen. Ihr Kreis trifft sich zwei Jahre lang halbjährlich zur kollegialen Beratung, in dessen Rahmen Erfahrungen und Erkenntnisse diskutiert werden. Inzwischen sind 59 von insgesamt 87 Pastoralen Räumen in den Prozess der Bildung eingetreten.


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